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| 17:05 Uhr

Guben
Höhere Preise für neue Grabstätten

Immer mehr Gubener entscheiden sich für eine halbanonyme Beisetzung, bei der der Name in einer Stele eingraviert wird, wie hier auf dem Waldfriedhof. Mit der Änderung der Gebührensatzung könnten sich die Kosten womöglich erheblich erhöhen.
Immer mehr Gubener entscheiden sich für eine halbanonyme Beisetzung, bei der der Name in einer Stele eingraviert wird, wie hier auf dem Waldfriedhof. Mit der Änderung der Gebührensatzung könnten sich die Kosten womöglich erheblich erhöhen. FOTO: Roswitha Werner
Guben. Die Stadtverwaltung Guben stellt erstmals ihre Kostenkalkulation zur neuen Friedhofssatzung vor. Von Silke Halpick

Die Stadt Guben will die Friedhofssatzung überarbeiten und hat ihre Kalkulation jetzt erstmals im Umweltausschuss vorgestellt. Dem Entwurf zufolge könnte es vor allem bei den neuen Bestattungsformen bald erheblich teurer werden.

„Der Trend geht immer mehr zu pflegearmen Varianten“, sagt Cornelia Conrad, zuständig für das Bestattungswesen in der Gubener Verwaltung. Immer mehr Menschen entscheiden sich für so genannte halb-anonyme Bestattungen, bei denen der Verstorbene quasi auf der grünen Wiese beigesetzt, aber der Name auf einer Stele eingraviert wird. Der Vorteil: Für die Hinterbliebenen entfällt die Pflege der Grabstätte.

Bisher kostet diese Variante, die offiziell den sperrigen Namen „Urnen-Gemeinschafts-Grabstätte mit namentlicher Kennzeichnung“ trägt, 744 Euro. Nach der vorliegenden Kostenkalkulation, die allerdings erst noch in den Fachausschüssen diskutiert und von den Stadtverordneten beschlossen werden muss, könnten die Gebühren dafür künftig auf bis zu 1400 Euro steigen. Auch bei herkömmlichen Urnen-Grabstätten ist mit einer Preiserhöhung von bisher 143 auf 184 Euro zu rechnen. Günstiger werden laut vorgelegtem Entwurf hingegen Familiengräber. Aktuell müssen 3858 Euro gezahlt werden, demnächst vielleicht nur noch 2480 Euro.

Als Hauptgrund für die Gebührenerhöhung gilt die Einführung von Gemeinschaftsgräbern auch auf den Ortsteilfriedhöfen in Guben. Die Ortsvorsteher aus Kaltenborn und Schlagsdorf hatten lange dafür gekämpft, dass die Einwohner auch in den Orten, in denen sie lebten, halbanonym beerdigt werden können. Bislang  ist das nur auf dem Wald- und Westfriedhof in Guben möglich.

Im Rahmen der Diskussion hatte Ordnungsamtsleiter Uwe Schulz immer wieder auch auf die damit steigenden Kosten für alle hingewiesen. Im Dezember 2017 stimmten die Gubener Stadtverordneten mit übergroßer Mehrheit für Urnen-Gemeinschafts-Grabstätten auch in den Ortsteilen. Nun müssen sowohl Friedhofs- , als auch -gebührensatzung angepasst werden.

„Die Gebühren sollen die Kosten decken, dürfen diese aber nicht überschreiten“, erklärt Conrad. Das sei im Kommunalabgabengesetz des Landes Brandenburg geregelt. In die Kalkulation fließen beispielsweise die Ausgaben für Miete, Pacht, Personal, Unterhaltung der Arbeitsgeräte sowie Fahrzeuge ein. Aber auch Strom, Wasser, Gas sowie die Entsorgung des Abfalls schlagen zu Buche.

„Mittlerweile gibt es drei Varianten, bei denen die Stadt die Pflege der Grabstätten übernimmt“, sagt Conrad. Dazu gehören die anonymen und halbanonymen Gräber sowie die Version Urnengrab mit Pflege durch den Friedhofsträger. Der Pflegeaufwand sei „sehr hoch“. Hecken müssen geschnitten, Rasen gemäht und mitunter auch falsch abgestellte Blumensträuße entsorgt werden. All das spiegle sich in der Kalkulation wider, so Conrad.

Langfristig plant die Stadt Guben, nicht mehr benötigte Bereiche der Friedhöfe wieder zu „entwidmen“, erklärt Conrad. Allerdings werde sich dieser Prozess „noch über Jahre hinziehen“, wie sie einräumt. Beachtet werden muss die im Bestattungsgesetz vorgeschriebene Ruhezeit von 20 Jahren bei Erd- und 15 Jahren bei Urnenbestattungen. Die Auslastung der Friedhöfe ist auch aufgrund des durch Abwanderung ausgelösten Einwohnerschwunds in Guben gesunken.