ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:32 Uhr

Zeugnis der Geschichte
Historische Karte der Wilhelm-Pieck-Stadt Guben

Für Andreas Peter ist der Orientierungsplan aus dem Jahr 1988 etwas ganz besonderes: Er wurde nämlich noch von Hand gezeichnet.
Für Andreas Peter ist der Orientierungsplan aus dem Jahr 1988 etwas ganz besonderes: Er wurde nämlich noch von Hand gezeichnet. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Der Orientierungsplan aus dem Jahr 1988 enthält noch das Kino-Café, die SED-Kreisleitung und das Filmtheater. Von Michèle-Cathrin Zeidler

Unter dem Titel „Zwischen Leninallee und Cyrankie­wiczstraße“ hat der Gubener Stadtwächter Andreas Peter einen Orientierungsplan von der Wilhelm-Pieck-Stadt Guben herausgebracht. „Aus der DDR-Zeit gibt es heute nur noch wenig Veröffentlichungen“, erzählt der Verleger. In dieses Dunkel wolle er ein wenig Licht bringen. Erstmals wurde der Orientierungsplan im Juli 1988 veröffentlicht – also vor 30 Jahren.

Auf der Karte finden sich noch das Kino-Café, die SED-Kreisleitung, das Filmtheater „Friedensgrenze“ und der Kulturbund des DDR-Albert-Schweitzer-Klubs. „In den vergangenen 30 Jahren hat sich in der Stadt viel verändert“, weiß auch Andreas Peter. „Viele Einrichtungen und Gaststätten gibt es heute nicht mehr, und einige Straßen haben andere Namen.“ Mit der Veröffentlichung will er dieser Entwicklung gedenken, an Vergangenes erinnern und es vor dem Vergessen bewahren.

Vor diesem Orientierungsplan gab es keine Karte zu Guben. „Ungewöhnlich für eine Stadt mit 30 000 Einwohnern“, findet Andreas Peter. Der Orientierungsplan wurde vom Kulturbund der DDR herausgegeben. Die schematische Übersicht kommt ohne Maßstab aus, die Gestaltung hat Karl-Heinz Reh übernommen. „Er war Lehrer für Kunsterziehung an der Oberschule und Chef der Kreisvolkshochschule“, weiß Peter zu berichten. Warum ausgerechnet Karl-Heinz Reh die Karte ausgestalten durfte, ist nicht überliefert. „Der Plan wurde noch mit dem Lineal gezeichnet. Jedes Symbol ist ein wenig anders – das macht ihn so besonders“, erklärt der Verleger. Ganz original ist der neue Plan allerdings nicht mehr. Ursprünglich war der Umschlag auch schwarz-weiß gedruckt, nun finden sich farbliche Elemente.

Die kleine Auflage ist ab sofort im Stadtwächterstübchen (Frankfurter Straße 12) und in der Tourist­information (Frankfurter Straße 21) in Guben  erhältlich. Der Preis beträgt passend 8,80 Euro. Die RUNDSCHAU in Guben verlost drei Exemplare. Dafür per E-Mail an red.guben@lr-online.de folgende Frage beantworten: Wie hieß die Alte Poststraße noch 1988?