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| 13:30 Uhr

Guben
Historienmarkt zieht Besucher an

Beim Historienmarkt führt Uwe Schulz von der Stadt Guben Moderatorin Sigrun Morgenthal in ihrer schicken historischen Robe von Photo Historica durch die Alte Färberei.
Beim Historienmarkt führt Uwe Schulz von der Stadt Guben Moderatorin Sigrun Morgenthal in ihrer schicken historischen Robe von Photo Historica durch die Alte Färberei. FOTO: Ute Richter
Guben. Stadtwächter Andreas Peter präsentiert „Apfelkönig-Lied“ und spielt auf Wahl vor zwei Jahren an. Von Ute Richter

Zum ersten Deutsch-Polnischen Historienmarkt hatte am Samstag die Gubener Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Stadtwächter Andreas Peter eingeladen. Erstmalig war dabei das Apfelkönig-Lied, das aus seiner Feder stammt, zu hören.

„Die Idee eines solchen Marktes hatte ich schon länger“, erzählt Stadtwächter Andreas Peter. Er kennt viele geschichtsinteressierte Menschen in Guben und Umgebung und deshalb konnte nun mit den richtigen Partnern in der Alten Färberei am „Friedrich-Wilke-Platz“ in Guben eine kleine Zeitreise in die Niederlausitzer Geschichte vom Mittelalter bis in die DDR-Zeit unternommen werden. Auf die Besucher wartete eine Vielzahl von historischen Angeboten beiderseits der Neiße. 18 Aussteller präsentierten beispielsweise historisches Spielzeug oder gaben Einblicke in die Geschichte einiger wegen des Tagebaus verschwundener Orte. Aber auch Literatur zu historischen Themen, Landkarten oder Fotos konnten an den Ständen der Vereine und Verlage erworben werden.

Christoph Malcherowitz vom „Historischen Verein Peitz e.V.“ erschien in einer maßgeschneiderten Uniform eines Musketiers aus dem 30-jährigen Krieg. Sein Vereinskollege Alexander Schötz trug das Kostüm eines bewaffneten Knechts aus dem Mittelalter. Sie fanden diesen Historienmarkt sehr gut, gibt es doch sonst kaum Gelegenheit, so viele historisch Interessierte auf einer Veranstaltung anzusprechen. An ihrem Stand konnten die Besucher selbst Hand anlegen beim Zinnschaugießen. Davon machten viele Gebrauch. „Das zelebrieren wir sonst auch auf Märkten, das kommt stets gut an bei den Leuten“, erzählt Christoph Malcherowitz. Doch auch die Buchpräsentation des Radochla-Verlages aus dem Spreewald „Schau ins Land“ über Niederlausitzer Aussichtstürme, und der Vortrag über den Sarkophag im Schlosspark von Brody/Pförten lockten Interessenten an. Der Stand von Ingo Schiege mit seinen kalligrafischen Kunstwerken war stets von interessierten Gästen umlagert. Aber auch die Oldtimer im Außenbereich und die Modellbahnanlage aus den 50er Jahren der Gubener Modellbahnbauer zogen die Blicke der Besucher auf sich. Das Flugplatzmuseum Cottbus, das Brandenburgische Textilmuseum Forst sowie die „Freunde des Gubiner Landes“ warben zum Besuch ihrer Einrichtungen und Ausstellungen. Reichlich Literatur boten sowohl die Oderlandautoren mit Hans-Joachim Bergmann, der Niederlausitzer Verlag aus Guben sowie der Marketing- und Tourismusverein Guben an.

Wer sich auch optisch in vergangene Zeiten versetzen wollte, der konnte mit „Photo Historica“ in wunderschöne historische Gewänder schlüpfen und sich so fotografieren lassen. Moderatorin Sigrun Morgenthal zeigte, dass diese schicken Kleider auch heute noch für Aufsehen sorgen. Ein Höhepunkt des Tages war zweifelsohne die Präsentation des „Apfelkönig-Liedes“, einer „gar schröcklichen Moritat vom verschmähten und beklagenswerten klagenden Fast-König“, das Stadtwächter Andreas Peter in Anlehnung an die gescheiterte Wahl des Apfelkönigs von vor zwei Jahren verfasste. Zum Auftakt der Veranstaltung zeigten Schüler der städtischen Musikschule „Johann Crüger“ ihr Können.

„Etwa 500 Besucher werden es gewesen sein, die den Historienmarkt besucht haben“, sagt Initiator Andreas Peter zufrieden. Und auch Uwe Schulz von der Stadt Guben bestätigte, dass der Markt ein großer Erfolg war, der Geschichte und Interessierte zusammenbringt. So darf man sich schon auf den 2. Historienmarkt im kommenden Jahr freuen.

Das Video vom Apfelköniglied ist auf der Internetseite www.lr-online.de/medien zu finden.