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Hinter die Kulissen eines Schauspielerlebens geblickt

Alexander G. Schäfer erzählte von seinem berühmten Vater Gerd E. Schäfer in der Gubener Bibliothek.
Alexander G. Schäfer erzählte von seinem berühmten Vater Gerd E. Schäfer in der Gubener Bibliothek. FOTO: utr1
Guben. Zur dritten Veranstaltung im Gubener Leseherbst hieß es dieses Mal: "Vorhang auf! Gerd E. Schäfer". Sein Sohn, Alexander G. Schäfer, hat ein Buch über seinen berühmten Vater, der 2001 starb, veröffentlicht und erzählt darin viel Privates. utr1

Am Dienstagabend trauten die Besucher ihren Augen nicht, angesichts der Ähnlichkeit in Aussehen und Mimik des Sohnes des großen DDR-Mimen.

Gerd E. Schäfer kennt man vor allem durch die Figur des Maxe Baumann in den gleichnamigen Silvesterschwänken. Dort spielte er einen Rentner, er selbst ist damals erst 52 Jahre alt gewesen. Der Sohn erzählt, dass sein Vater anfangs gar nicht begeistert von dem Angebot gewesen sei, als relativ junger Mann einen Älteren darzustellen. Er studierte vom Balkon aus mit Fernglas die Senioren auf der Straße und verkörperte Maxe Baumann letztlich viele Jahre erfolgreich. Aber auch in anderen Rollen und als Moderator des Wunschbriefkastens liebte ihn sein Publikum.

Das Geheimnis um das "E." im Namen seines Vaters lüftete Alexander G. Schäfer ebenfalls: "Es heißt nicht Emil, wie viele immer dachten, sondern Egilhard", verriet er. Die Zuhörer erfuhren viel aus der Kindheit und Jugend des großen Volksschauspielers. Darüber, dass er Günther Pfitzmann schon in ganz jungen Jahren kennenlernte und ihn im Laufe seines Lebens immer wieder traf. Das hatte letztlich zur Folge, dass er später bis zum Ende der Serie beim "Praxis Bülowbogen" mit ihm gemeinsam spielte.

Zu erfahren war, dass Gerd E. Schäfer auch mit Rolf Herricht eine sehr enge Freundschaft verband. Mit Margot Ebert, die auch bei den Maxe Baumann-Schwanks mitspielte, war er eine Zeit lang gut befreundet - bis sie sich etwas mehr für ihn interessierte. Seine Lieblingskollegin aber war Ingeborg Krabbe. Mit der hat er sehr gern zusammen auf der Bühne und vor der Kamera gestanden.

Alexander G. Schäfer erzählte, dass sein Vater ein schönes Leben hatte, auch wenn er am Ende sehr krank war. Er starb 2001 und zwar am gleichen Tag wie Karl Eduard von Schnitzler. "Das hätte meinen Vater belustigt", so der Sohn, denn er hatte immer einen Leitspruch: "Wer weiß, wofür es gut ist!"