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| 16:06 Uhr

Haus der Familie in Guben
Sportplatz wieder im Gespräch

 Spatenstich in Sicht? Haus der Familie-Geschäftsführerin Kerstin Leutert-Glasche (r.) beim Beginn der Arbeiten zum ersten Bauabschnitt. Jetzt soll der zweite endlich folgen können.
Spatenstich in Sicht? Haus der Familie-Geschäftsführerin Kerstin Leutert-Glasche (r.) beim Beginn der Arbeiten zum ersten Bauabschnitt. Jetzt soll der zweite endlich folgen können. FOTO: Halpick
Guben. Das Haus der Familie will seine Außenanlage endlich fertigstellen, braucht aber Geld. Von Daniel Schauff

Einen kleinen Etappensieg hat das Haus der Familie in dieser Woche erreicht. Das allerdings denkbar knapp.

Drei Stadtverordnete haben sich im Haushaltsausschuss mit ihrem Votum für die Förderung des zweiten Bauabschnitts der Außenanlagen in der Goethestraße ausgesprochen, zwei dagegen. Damit setzt sich eine scheinbar endlose Gubener Geschichte fort. Die Frage ist nur: mit neuem Ende?

Frühjahr 2016 – die Stadtverordneten entscheiden sich mit recht deutlicher Abstimmung gegen die Fördermittelvergabe für den Zweiten Bauabschnitt, nachdem sie den ersten noch gefördert hatten. Eine Mehrzweckspiel- und -sportanlage soll an der Einrichtung in der Obersprucke entstehen, doch ohne Geld aus öffentlicher Hand kann der Verein die Maßnahme nicht stemmen. Um insgesamt 170 000 Euro ging es damals – doch am Geld allein lag das Nein des Stadtparlaments nicht.

Eine ganze Reihe von Aspekten waren es, die das Verhältnis zwischen Haus der Familie, der Gubener Stadtpolitik und der Verwaltung zu einem äußerst angespannten hatten werden lassen.

Da war die Kündigung des Betreibervertrags für die Kita Waldhaus im Sommer 2014. Da war der Streit um die Betreuung eines Kindes, der der Vertragskündigung vorangegangen war und erst Auslöser der Kündigung durch den Verein war. Da war der Streit um die Betreiberschaft des Hortes an der Corona-Schröter-Grundschule. Die Stadt hatte dem Haus der Familie gekündigt, das zog vor Gericht, das wiederum entschied, dass nur der Landkreis den Vertrag hätte kündigen können, nicht aber die Stadt.

Der letztere Streit ging schon 2016 zu Ende, als sich Stadt und Verein einigten, nachdem die Stadtverwaltung vor das Oberlandesgericht gezogen war. Der Streit um die Ablehnung der Betreuung eines Mädchens ging erst im vergangenen Monat zu Ende. Das Gubener Amtsgericht hat lange nach dem Hochkochen des Streits zwischen Eltern und Verein um die Betreuung der Tochter dem Haus der Familie den Rücken gestärkt: Nein, das Mädchen muss nicht im Hort betreut werden, wenn der private Betreiber einen Vertrag nicht abschließen will.

Zwei Siege also fürs Haus der Familie – folgt ein dritter mit dem Fördermittelbescheid für die Außenanlagen? „Was hat sich überhaupt geändert?“, will Christiane Fritzschka (CDU) wissen und erinnert an das Nein der Stadtverordneten vor drei Jahren. Das Engagement des Vereins, sagt Stadtkämmerer Björn Konetzke. Das Haus der Familie hat zur Mitfinanzierung der nunmehr 111 000 Euro teuren Maßnahme Lottomittel akquiriert, immerhin 30 000 Euro. Außerdem hat der Verein mit Eigenmitteln und Mitteln aus dem Kita-Investprogramm eine dringend notwendige Zaunanlage fertigstellen lassen, wie es in der Beschlussvorlage heißt. Es gehe jetzt um eine Mitfinanzierung in nicht mehr so hohem Maße wie noch beim ersten Versuch, den zweiten Bauabschnitt mit Fördermitteln realisieren zu können.

Das Geld, so heißt es in der Beschlussvorlage, stehe zur Verfügung. 2018 hatte die Stadt auf Fördermittel aus dem Programm Soziale Stadt verzichtet. Bis zu 25 000 Euro kämen auf die Stadt zu, den Rest würden Bund und Land sowie Bauherr tragen, unter anderem mit Hilfe der Lottomittel.

Christiane Fritzschka bleibt dennoch skeptisch – immerhin handele es sich um ein Projekt am Rand von Guben. Ob eine derartige Investition dort angesichts der Tatsache, dass Guben schrumpft, Sinn mache, sei damals wie heute Thema der Diskussion gewesen, auch wenn die Querelen bei der ersten Entscheidung des Stadtparlaments ebenfalls sicherlich eine Rolle gespielt hätten.

Der Gerichtsstreit zwischen Stadt und Verein jedenfalls ist beigelegt, betont Bürgermeister Fred Mahro (CDU). Und der Verein habe bestätigt, dass die Anlage öffentlich zugänglich werde – Voraussetzung für eine Förderung aus dem Soziale Stadt-Programm.

Gerhard Lehmann (Linke) will für die Förderung stimmen, allerdings nur, wenn im Beschluss deutlich gemacht werde, dass die Umsetzung der Maßnahme erst mit Vorliegen des rechtskräftigen Bescheids über die Zuwendungen von Bund und Land umgesetzt werde. Mahro sagt zu, den Beschlusstext dahingehend zu ergänzen.

Das letzte Wort wird in der Stadtverordnetenversammlung gesprochen. Entscheiden die sich für die Fördermittelvergabe ans Haus der Familie, könnte noch in diesem Jahr der Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt am Außengelände in der Goethestraße folgen.