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| 18:04 Uhr

Wahlen
Politik-Neuling setzt auf Sacharbeit

Harald Knoll tritt für die FDP als Kandidat an.
Harald Knoll tritt für die FDP als Kandidat an. FOTO: Foto Kliche
Guben. Als Bürgermeister will Harald Knoll an die Arbeit von Klaus-Dieter Hübner anküpfen.

Harald Knoll will Bürgermeister von Guben werden. Der gebürtige Altdöberner ist parteilos und wurde von der FDP nominiert. „Die liberale Handschrift der Vergangenheit hat der Stadt gut getan. Es ging voran“, sagt Knoll. „Daran möchte ich anknüpfen und zusammen mit den Bürgern Guben stärken“.

Der FDP ist Harald Knoll aus mehreren Gründen verbunden. Zum einen identifiziert er sich mit den liberalen Gedanken. Zum anderen ist seine Frau, die Stadtverordnete Kerstin Hansmann, seit mehr als 30 Jahren FDP-Mitglied. „Ich sehe es als Vorteil an, keiner Partei anzugehören“, betont Harald Knoll. „Viele Parteien wollen sich in der Diskussion nur profilieren. Mir geht es hingegen um die Interessen der Bürger.“ Im Chefsessel möchte er Sacharbeit leisten und die politischen Entscheidungen für die Bürger transparenter machen.

Politisch trat Harald Knoll erstmals 2014 in Erscheinung. Damals stand er bei der Wahl der Stadtverordneten ebenfalls auf der Liste  der FDP. „Aber ich wurde nicht gewählt“, räumt der Bürgermeisterkandidat ein. Im Nachgang sieht es dies allerdings positiv. Seine beide Kinder, heute 19 und 14 Jahre alt, seien damals noch sehr jung gewesen.

Der bisher kommunalpolitisch recht unbekannte Harald Knoll lebt seit 22 Jahren in Guben. Nach dem Abitur am Gymnasium in Calau und dem Grundwehrdienst, studierte er an der Ingenieursschule in Cottbus. Beruflich startete er anschließend beim Kreisbauamt in Calau. Nach der Wiedervereinigung verschlug es den 56-Jährigen zunächst zu Verwandten in den Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen. Doch nach wenigen Jahren zog es ihn wieder zurück in die Heimat. Seit 1994 arbeitet der leidenschaftliche Gärtner mittlerweile in der unteren Bauaufsichtsbehörde beim Landkreis Elbe-Elster in der Außenstelle Finsterwalde. Dort ist er als Leiter der Prüfungsgruppe eingestiegen und leitet mittlerweile seit drei Jahren die Außenstelle.

Für diesen Job ist er täglich drei Stunden unterwegs. „Auch wenn ich jeden Tag pendle, fühle ich mich der Stadt stark verbunden“, so Harald Knoll. Durch seine Arbeit fühlt er gut auf das Amt vorbereitet. „Ich habe Verwaltungs- und Sachverstand und kann mit Gesetzen umgehen“, sagt Harald Knoll. Bei seiner nicht presseöffentlichen Nominierung betonte auch FDP-Fraktionschefin Monika Birkholz seine langjährige Erfahrung in der Verwaltung als Vorteil.

Die FDP ist in der 28-köpfigen Stadtverordnetenversammlung mit sechs Mitgliedern die zweitstärkte Fraktion. Profitieren konnte sie bei den vergangenen Kommunlawahlen vor allem vom hohen Stimmanteil für Klaus-Dieter Hübner. Der damals suspendierte Bürgermeister holte damals so viele Stimmen, dass in seinem Sog viele der FDP-Politiker in die Stadtverordeneteversammlung kamen.

  Knoll will städtebaulich an die Arbeit Hübners anknüpfen. „Da ich aus bei dem Baubereich komme, liegt mir das Baugeschehen in Guben natürlich besonders am Herzen“, erzählt Harald Knoll, der in seiner Freizeit im Schützenverein aktiv ist. „Ich möchte das Stadtumbaukonzept weiter voranbringen und an die aktuelle Erfordernisse anpassen.“ Seiner Meinung nach wäre es besser, teilweise auf Umbau statt auf Rückbau zu setzen. „Beide Wohnungsgesellschaften sollten sich besser untereinander koordinieren und die Wünsche der Bürger müssen mehr berücksichtigt werden“, so Harald Knoll. Als Familienvater möchte er außerdem mehr für die Jugend in Guben tun. „Die bestehenden Freizeitangebote werden vor allem von der älteren Altersgruppe nicht angenommen. Das müssen wir ändern“, findet er. „Die Jugend muss in der Stadt gehalten werden.“

(Zeidler)