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| 01:36 Uhr

GWAZ-Sitzung in Guben birgt Zündstoff

Guben. Die Verbandsversammlung des Gubener Wasser- und Abwasserzweckverbandes (GWAZ) am 4. Oktober birgt Zündstoff. Auf der Sitzung sollen Friedland, Lieberose und die Gemeinde Tauche erklären, weshalb sie den GWAZ verlassen wollen. Von Michel Havasi

Verbandsvorsteher Peter Jeschke (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Schenkendöbern, wurde nach eigener Aussage von der Nachricht völlig überrascht. Friedland, Lieberose und die Gemeinde Tauche wollen aus dem GWAZ austreten, haben entsprechende Anträge gestellt.

Dabei hatten sie ihn vor knapp zwei Monaten noch unterstützt, als er einstimmig zum neuen Verbandsvorsteher gewählt wurde. So etwas habe er noch nicht erlebt, sagt Jeschke. Er spricht von einem totalen Vertrauensbruch, weil er aus den Medien davon erfahren hat. Zudem seien ihm keine Gründe genannt worden. Auf der GWAZ-Verbandsversammlung Anfang Oktober sollen sie das nun nachholen und ihr Handeln darstellen.

Das haben sie zum Teil bereits getan. So begründete Thomas Hähle, Bürgermeister der Stadt Friedland, das Vorhaben einem Bericht zufolge mit der Notwendigkeit, drohenden Gebührenerhöhungen zuvorzukommen. Er kritisierte die Geschäftsführung des Verbandes, die es nicht geschafft habe, insbesondere die Personalkosten zu senken. Dass in diesem Bereich etwas getan werden müsse, sagte auch Gubens Bürgermeister, Klaus-Dieter Hübner (FDP), während der GWAZ-Versammlung Ende Juli.

Was die möglichen Austritte für den GWAZ bedeuten würden, lässt sich im Detail noch nicht vorhersagen. Man sei am Anfang eines langen Weges, sagt Jeschke. Ob die Austrittsvorhaben durchkommen, sei keineswegs sicher.

Neben der Diskussion um mögliche Austritte aus dem Verband geht es auf der GWAZ-Versammlung aber auch um den Jahresabschluss 2009 und um den Wirtschaftsplan für 2010 - insbesondere die Lösung des Problems Industriegebiet Guben. Der GWAZ betreibt dort im Auftrag der Stadt Guben die Abwasserentsorgung, vertraglich ist aber nicht geregelt, wer für eventuelle Verluste aufkommt. Derzeit liefen noch Detailabsprachen mit der Kommunalaufsicht, so Jeschke, sieht die Sache aber auf einem guten Weg.

Zum Thema:
Zu Beginn des Jahres 2007 fusionierte der Gubener Wasser- und Abwasserzweckverband mit den Nachbarverbänden Friedland/Lieberose und Schwielochsee-West. Mithilfe des Schuldenmanagementfonds des Landes Brandenburg gelang es dem GWAZ, beide Verbände nahezu komplett zu entschulden. Insgesamt rund 18 Millionen Euro flossen aus dem Fonds.