„Angesichts der Katastrophe in Südasien muten unsere Probleme klein und nichtig an“ , machte der Forster Ortsverbandsvorsitzende Klaus Borisch zu Beginn deutlich. Dennoch wies er darauf hin, dass es ihm Sorgen bereitet, wie viele Menschen der DVU zur Landtagswahl ihre Stimme gaben und dass es der FDP nicht gelungen sei, mehr Wähler für ihre Politikansätze zu gewinnen. Bei der Bildungspolitik wünschte er sich, dass der unsägliche Streit zwischen Bund und Ländern beigelegt werde. Borisch vertrat die Auffassung, dass Bildungspolitik Sache des Bundes sein muss. Auch die Schulpolitik des Landes Brandenburg prangerte er an. Als man kurz nach der Wende zahlreiche Lehrer verbeamtet habe, hätte man wissen müssen, dass irgendwann die Schülerzahlen zurückgehen und es einen Überhang an Lehrern geben werde. Für ihn sei es auch angesichts der Pisa-Studie ein logischer Schluss, die Klassenstärken zu verringern.
Auch bei der Gesundheitspolitik sei gegenwärtig kein akzeptables Modell vorhanden, bemängelte Borisch, der Ärztlicher Direktor im Krankenhaus Forst ist. Krankenkassen und Gesundheitsministerium produzierten zu vie-le Vorschriften, die nur Geld kosten und die Ärzte von ihrer eigentlichen Arbeit abhielten. In diesem Sinne wünschte Klaus Borisch allen Anwesenden vor allem Gesundheit.

Der Bundestagsabgeordnete Jürgen Türk aus Kolkwitz machte deutlich, dass für ihn die Arbeit an der Basis im Kreistag viele Impulse gibt, die er auch mit nach Berlin nehme. Viel Gerede habe es bisher über die Steuerreform gegeben, doch spürbare Entlastungen habe sie nicht gebracht. Er wolle sich auch weiterhin für das Konzept der FDP einer tatsächlichen Reform stark machen. Dazu gehöre auch, bei Unternehmen endlich von der Soll- zur Ist-Besteuerung überzugehen und unnötige Subventionen zu streichen. Türk verteidigte auch seine Idee von einer Modellregion an beiden Seiten der Neiße. Bisher seien die Chancen der EU-Erweiterung verpasst worden. Türk will künftig noch dichter das Ohr an der Masse haben und regelmäßig eine Bürger-Sprechstunde in der FDP-Geschäftsstelle Forst anbieten.
Eberhard Koch, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion, freute sich, dass es im Kreistag ein Umdenken gebe, was die Kreisumlage anbelangt. Auch durch die Intervention der FDP sei durchgesetzt worden, dass die Kommunen nicht noch mehr zur Kasse gebeten werden.
Die angestrebte Fusion mit der Stadt Cottbus berge seiner Meinung nach ein weit größeres Einsparpotenzial als bisher von der Kreisverwaltung vorgerechnet, erklärte Koch. Die FDP sei in dieser Hinsicht ein Vorreiter, weil bereits vor zwei Jahren die Kreisverbände Spree-Neiße und Cottbus fusionierten.