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| 18:29 Uhr

Shoppen wie in der Großstadt
Neuer Einkaufspalast für Gubin

Das neue Einkaufsparadies in Gubin eröffnet am Wochenende. Gubener Händler sind auf die Reaktionen der Kunden gespnnt.
Das neue Einkaufsparadies in Gubin eröffnet am Wochenende. Gubener Händler sind auf die Reaktionen der Kunden gespnnt. FOTO: LR / Jenny Theiler
Guben/ Gubin. Am Wochenende eröffnet das polnische Unternehmen Hosso eine neue Einkaufsgalerie. Von Jenny Theiler

Von der Neißebrücke, die Guben mit Gubin verbindet, ist sie bereits von Weitem erkennbar – die neue Einkaufspassage „Galerie Hosso“. Vor zwei Jahren hat der polnische Investor Hosso mit dem Bau begonnen und eröffnet die Einkaufspassage am Samstag, 27. Oktober, um 11 Uhr. Damit verfügt Gubin über eine 11 000 Quadratmeter große Einkaufsgalerie, die rund 40 Geschäfte und ein Parkhaus mit 130 Stellplätzen anbietet. Die Hosso-Gruppe eröffnet damit die zehnte Galerie in Polen und erhofft sich direkt an der Grenze auch einen großen Zulauf von deutschen Kunden.

An dem Bau dieses Einkaufspalastes habe man sehr lange gezweifelt, wie auch Krzysztof Zdobylak, der Büroleiter des Gubener Bürgermeisters, zugibt. „Vor zehn Jahren war eine Einkaufsgalerie in der alten Schuhfabrik in Gubin geplant. Das ist aber leider schiefgegangen. Danach hat niemand mehr so richtig an ein Shoppingcenter in Gubin geglaubt“, so der Büroleiter. Zudem gab es unter den Gubener Händlern große Bedenken wegen der neuen Konkurrenzsituation. Im Zuge dessen hat es aber im Sommer eine Händlerberatung zwischen der Hosso-Gruppe und den ansässigen Händlern auch auf polnischer Seite gegeben, um Unklarheiten auszuräumen. „Wie es jetzt weitergehen und was die Galerie für die Händler bedeuten wird, werden wir sehen. Das können wir jetzt noch nicht wissen“, sagt Krzysztof Zdobylak.

Eine ähnliche Haltung vertreten auch die Händler in der Frankfurter Straße in Guben. Trotz drohender Konkurrenz durch den polnischen Einkaufsriesen sehen die meisten Einzelhändler der Eröffnung gelassen entgegen. „Die Meinungen gehen schon auseinander, aber der größte Teil unter uns Händlern verspricht sich von der Eröffnung im Allgemeinen mehr Kundschaft“, sagt Jannett Weber von „Jannett-Textilien“. Dem schließt sich auch Dirk Constantin von „Sport Neumann“ an. „Wir werden uns der neuen Konkurrenz stellen müssen, aber wenn wirklich so viele Kunden auch aus Cottbus, Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt kommen werden, finden einige vielleicht auch den Weg zu uns“, hofft der Inhaber des Sportgeschäftes. Was genau in der neuen Einkaufspassage angeboten wird und welche Geschäfte einziehen werden, wissen die Gubener Einzelhändler noch nicht.

Der Hosso-Gruppe zufolge soll das neue Shoppingcenter keine Wünsche offen lassen. „Die Galeria Hosso wird ein reichhaltiges Angebot für beide Teile der Stadt, aber auch für Kunden von außerhalb bereithalten“, verspricht die Marketingspezialistin des Unternehmens Marta Zmudzka. Obwohl Gubin mit einer Einwohnerzahl von 17 000 bei Weitem nicht als Großstadt zählt, rechnet die Hosso-Gruppe mit einem durchschlagenden Erfolg für alle. „Die neue Einkaufspassage wird Gubin aufwerten und der einstigen Industriestadt ihren kommerziellen Charakter der Vorkriegszeit zurückgeben“, so Marta Zmudzka. Die besondere Grenzlage zu Deutschland sei hierbei entscheidend.

Aber nicht nur das Einkaufsvergnügen soll in der Galeria Hosso im Vordergrund stehen. „Die Galerie soll auch ein Ort der Begegnung sein und das soziale Leben in der Doppelstadt fördern“, so die Marketingspezialistin. Zudem schaffe das Shoppingcenter neue Arbeitsplätze und hebe durch Steuer- und Mieteinnahmen das Stadtbudget an.

Bereits Anfang des Jahres haben viele polnische Geschäfte an einem Mietvertrag mit der Hosso-Gruppe Interesse gezeigt. Neben Bekleidungs-, Schuh- und Sportgeschäften wird es auch einen großen Technikmarkt, eine Foodmeile und ein Fitnessstudio geben. Das Gerücht, dass auch Gubener Händler aus der Frankfurter Straße in die neue Einkaufspassage einziehen würden, widerlegt die Hosso-Gruppe. „Die einzige deutsche Marke ist Kik“, bestätigt Marta Zmudzka.