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| 19:57 Uhr

Gubens stolze Altstadt
Gubens Zentrum ist fertig

 Allein zwischen 1992 und 2011 sind über 40 Millionen Euro Fördermittel in das Gubener Stadtzentrum geflossen.
Allein zwischen 1992 und 2011 sind über 40 Millionen Euro Fördermittel in das Gubener Stadtzentrum geflossen. FOTO: Daniel Schauff
Guben. Im Zeitraum von drei Jahren will die Stadt die Aufhebung des Sanierungsgebiets abschließen. Von Daniel Schauff

Eigentlich ist es schon fast vier Jahre her. Im September 2015 ist eine Broschüre entstanden, die den Sanierungsprozess des Gubener Stadtzentrums dokumentierte. Geladene Gäste feierten den Abschluss des Sanierungsgebiets Stadtzentrum, dann gab es einen Tag der offenen Tür, bei dem Gubener die Veränderungen im Herzen der Stadt erleben konnten. Trotzdem – Ende dieses Monats werden sich die Stadtverordneten noch einmal eingehend mit dem Sanierungsgebiet Stadtzentrum beschäftigen müssen. Und die Stadt kann in nächster Zeit mit immerhin 340 000 Euro Einnahmen rechnen.

Fördermaßnahme wird noch rund drei Jahre dauern

Die stammen aus den sogenannten Ausgleichsbeiträgen. Sie werden von Grundstückseignern im geförderten Sanierungsgebiet gezahlt, um sich an der Aufwertung ihres Umfelds zu beteiligen. Eigentlich werden die Ausgleichsbeiträge erst fällig, wenn die Fördermaßnahme tatsächlich auch formell abgeschlossen ist. Die Stadt rechnet damit, dass das noch rund drei Jahre dauern könnte. Das geht aus einer aktuellen Informationsvorlage für den nächsten Wirtschaftsausschuss am 29. April hervor. Allerdings: Geld geflossen ist bereits – und davon eine Menge.

Gut 830 000 Euro an Ausgleichsbeiträgen hatten Eigentümer bereits bis 2018 gezahlt. Möglich war das, weil die Stadt seit 2013 Rabatte gewährte, wenn die Ausgleichsbeiträge früher als nötig zurückgezahlt werden. Hintergrund war, dass Guben möglichst viel Geld, das die Stadt aus diesen Einnahmen verdient, noch in die Sanierung des Zentrums fließen sollte. Allein 2013 flossen knapp 590 000 Euro in die Stadtkasse.

Allerdings haben nicht alle Grundstückseigentümer im Sanierungsgebiet die Möglichkeit der frühzeitigen Zahlung der Beträge in Anspruch genommen. Und das, obwohl sie so zehn bis 30 Prozent der vertraglich vereinbarten Kosten hätten sparen können. Rund 340 000 Euro fehlen noch, heißt es in der Informationsvorlage, 340 000 Euro, die der Stadt vertraglich zustehen.

Fachausschuss Informationsvorlage thematisieren

Dass nun erst der endgültige Abschluss der Sanierungsmaßnahme Stadtzentrum ansteht, liegt vor allem daran, dass das brandenburgische Landesamt für Bauen und Verkehr einen Abschlussbericht der Stadt erst im Januar dieses Jahres vollständig geprüft hatte und den Bescheid zur Schlussabrechnung der Gesamtmaßnahme verschickte. Anfang April wurden die Stadtverordneten darüber informiert, Ende April soll der Fachausschuss die Informationsvorlage thematisieren.

Bis die betroffenen Grundstückseigentümer allerdings die Bescheide der Stadtverwaltung in der Hand halten, vergeht noch einiges an Zeit. Erst im zweiten Halbjahr 2019 soll ein abschließendes Gutachten entstehen, werden Grundstücke einzeln bewertet, soll ein Entwurf der Aufhebung der Sanierungssatzung entstehen. Im zweiten Schritt muss die Stadtverordnetenversammlung der Aufhebungssatzung zustimmen, können Sanierungsvermerke durch das Grundbuchamt gelöscht werden. Erst dann beginnt der Versand der Bescheide an diejenigen, die ihre Ausgleichsbeiträge noch nicht gezahlt haben.

Innerhalb von gut 20 Jahren sei aus einer „bemitleidenswerten Altstadt“, wie sie in der Broschüre zum Stadtumbau der heutige Bürgermeister der Stadt, Fred Mahro, nannte, ein Stadtbild geworden, auf das Gubener getrost stolz sein könnten. Gut 40 Millionen Euro an Fördermitteln sind allein im Zeitraum 1992 bis 2011 in die Sanierung des Gubener Zentrums geflossen, 18,8 Millionen aus Städtebaufördermitteln. Wo das Geld steckt, wird im Gubener Zentrum nahezu an jeder Ecke deutlich.