| 02:40 Uhr

Gubens Spielplatz-Konzept steht

Ganz neu ist der Spielplatz auf der Theaterinsel, der bei polnischen und deutschen Kindern beliebt ist. Die Stadt Gubin hat dafür rund 50 000 Euro investiert. 85 Prozent davon stammen aus Fördermitteln.
Ganz neu ist der Spielplatz auf der Theaterinsel, der bei polnischen und deutschen Kindern beliebt ist. Die Stadt Gubin hat dafür rund 50 000 Euro investiert. 85 Prozent davon stammen aus Fördermitteln. FOTO: S. Halpick
Die Stadt Guben stellt sich ihrem Problemkind: den in die Jahre gekommenen Spielplätzen. Das neue Spielplatz-Konzept ist die Basis für alle weiteren Schritte. Die Stadtverordneten haben dem Entwurf jetzt zugestimmt. Die RUNDSCHAU erklärt, worum es konkret geht. Silke Halpick

Wie viele Spielplätze gibt es in der Stadt?

Insgesamt 13 Spielplätze sind in der Trägerschaft der Stadt Guben. Nur um diese geht es auch in dem neuen Spielplatz-Konzept. Daneben gibt es weitere Anlagen, die zu Schulen, Kitas oder privaten Eigentümern gehören. Viele der kommunalen Spielplätze sind bereits "in die Jahre gekommen" und die Spielgeräte sind zum Teil "veraltet".

Müssen sich die Eltern um die Sicherheit der Kinder sorgen?
Nein. Alle kommunalen Spielplätze werden jährlich vom Tüv auf ihre Sicherheit hin untersucht, betont Stefan Müller, Fachbereichsleiter für Schulen, Kitas und Soziales im Gubener Rathaus. Sicherheitsrelevante Bedenken gab es den Angaben zufolge auch bei der letzten Überprüfung im vergangenen Jahr nicht. Allerdings hatte die Bürgerinitiative "Wir sind Gubens Zukunft" 2013 auf Schwachstellen wie abgesplittertes Holz oder herausstehende Nägel an Spielgeräten aufmerksam gemacht und damit den Anstoß für das neue Spielplatz-Konzept gegeben.

Wie soll es jetzt weitergehen?
Die Stadt hat 15 000 Euro für Reparaturen an den Spielplätzen in diesem Jahr eingeplant. Im kommenden Jahr sollen rund 50 000 Euro für neue Spielgeräte investiert werden. Das reicht allerdings nicht aus. So sind Schätzungen zufolge allein für den Spielplatz in der Geschwister-Scholl-Straße rund 100 000 Euro nötig. Dieses Projekt steht auf der Prioritätenliste der Stadt ganz weit oben. Um es realisieren zu können, sollen möglichst auch andere "Finanzierungsquellen" akquiriert werden. Damit gemeint sind Sponsoren.

Welche Spielplätze sind bei den Kindern besonders beliebt?
Am beliebtesten im gesamten Stadtgebiet ist der Abenteuerspielplatz in der Nähe des Hochhauses. Das hat die Befragung der Gubener Kitas und Horteinrichtungen ergeben. Aber auch die Anlagen in der Geschwister-Scholl-Straße, am Freibad und in der Mittelstraße sind den Angaben zufolge stark frequentiert. Nur sehr selten genutzt werden dagegen die Spielplätze auf dem Schillerplatz, in der Klaus-Herrmann-Straße sowie der Fitnessparcours an der Grenze.

Wie sieht das Angebot für Jugendliche aus?
Die Skateranlage Pipe in der Friedrich-Schiller-Straße ist vor allem bei den Größeren sehr beliebt. Hier musste allerdings der so genannte Skydome bereits abgebaut werden. Auch die Halfpipes benötigen einen Erneuerungskurs. Vorgeschlagen wird, das Angebot auf diesem Areal speziell auf Jugendliche zuzuschneiden und auf Kleinkind-Spielgeräte komplett zu verzichten.

Was passiert mit den wenig frequentierten Spielplätzen?
Grundsätzlich verfolgt die Stadt das Ziel, die Spielplätze an attraktiven Standorten auszubauen und sich von wenig genutzten zu trennen. Allerdings sind für den Bau vieler der Spielplätze Fördermittel geflossen und die Zweckbindungsfrist ist noch nicht abgelaufen. Dadurch ist ein Rückbau wie bei den Anlagen am Schillerplatz und in der Klaus-Herrmann-Straße derzeit nicht möglich.

Wie steht es um die Zukunft des Spielplatzes am Stadtpark?
Nach Angaben der Stadt gehört der Spielplatz am Stadtpark ebenfalls zu den wenig genutzten Anlagen. Da es hierfür keine Fördermittelbindung mehr gibt, ist ein Rückbau grundsätzlich möglich. Den jährlichen Unterhaltungskosten in Höhe von rund 1500 Euro stehen Rückbaukosten von 5000 Euro gegenüber. Die Stadtverordneten lehnen den Abriss aktuell allerdings ab. Der Grund: Der Spielplatz befindet sich in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen GBV-Wohnheim, in dem viele syrische Flüchtlingsfamilien untergebracht sind. Die Nachfrage sei in den letzten Wochen bereits gestiegen.

Wie viele Spielplatz-Nutzer gibt es überhaupt in Guben?
Durch den demografischen Wandel ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen in den vergangen Jahren stetig gesunken. 2003 lebten noch 3407 Menschen unter 18 Jahren in Guben. 2014 waren es nur noch 2037. Zum Vergleich: Die Einwohnerzahl ging von 22 186 auf 17 617 zurück. Die Stadt setzt aber auf die hier lebenden jungen Familien und will diesen Spielplätze in einem "qualitativ angemessenen Niveau" bieten, heißt es.