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Gubens Obst-Schätze für Rosenschau

Guben. Die Gubener Pomologen wollen 2013 die Jubiläums-Rosenträume an der Neiße in Forst beleben. Als in der Stadt der Tuche 1913 der Forster Garten mit der ersten Deutschen Rosenschau seine Pforten öffnete, waren auch Gubener Gärtnereien und Baumschulen präsent. Daran ließe sich 2013 wieder anknüpfen. Von Beate Möschl

Der Forster Hans-Rainer Engwicht, Vorsitzender des Fördervereins "Ostdeutscher Rosengarten 1913", findet die Idee toll. "Die Gubener waren damals stark vertreten. Das lief alles über einen gewissen Lehrer Knabe", sagt er.

Freilich seien die prachtvollen Obstberge und Gärten jenseits der Gubener Neiße längst Geschichte, auch die Versorgung Berlins mit frischem Gubener Obst und Gemüse per Schiff ausgehend von der Neiße. Jedoch nähmen die engagierten Pomologen aus Guben eine ganz wichtige Aufgabe wahr, für die sich 2013 in Forst zu Recht trommeln ließe: "Der Erhalt alter Obstsorten ist eine ganz wichtige Sache. Das Regionale hat nach wie vor eine Bedeutung. Es lohnt sich, das zu erhalten", ist Engwicht überzeugt.

Günter Quiel, Vizepräsident der im Jahr 2005 wieder gegründeten Pomologischen Gesellschaft zu Guben, und Günther Lohse bestätigten, dass sie über eine Präsenz beim Rosengarten-Jubiläum 2013 in Forst nachdenken. Nach mehr als fünf Jahren intensiver Nachforschung und Arbeit zum Erhalt alter Obstsorten hat die Gesellschaft mit ihren nur 13 Mitgliedern mit dem Anlegen einer Gen-Reserve alter Gubener Obstsorten begonnen.

2012 werden sie diese mithilfe Gubener Familien und ehemaliger Apfelköniginnen weiter ergänzen. Der Brillen-Konzern Fielmann, Mitglied der Pomologischen Gesellschaft Guben, hat die Mittel dafür zugesagt.

"Wir haben die Standorte der Apfelsorte Gubener Warraschke lokalisiert, auch Spillinge und die Winterbirne Holde Mine", zählt Günther Lohse auf, welche Schätze es zu hüten und zu verjüngen gilt. In der Mittelstraße sei zudem "ein ganz sensationeller Fund" gelungen. "Da haben wir den Bukatzscher Frühpfirsich wieder entdeckt." Den hatte der Rechtsanwalt und ehemalige Gubener Stadtrat Gottlob Metius Bukatzsch gezüchtet. Er war Präsident der 1805 gegründeten Pomologischen Gesellschaft.

Auch für Kirschen war Guben einst weit über die Stadtgrenzen hinaus berühmt. So sehr, dass sogar dem Forster Rosenfreund Engwicht der Sortenname geläufig ist: "Gubens Ehre". Daran lässt sich anknüpfen, sind Quiel und Lohse überzeugt.

Zum Thema:

Zum ThemaVom 14. Juni bis 29. September 2013 feiert Forst das 100-jährige Bestehen des Rosengartens. Aus diesem Anlass wird es zum ersten Mal nach 75 Jahren in Forst wieder eine Deutsche Rosenschau geben.In Guben gedeihen noch 40 von 90 bedrohten Apfelsorten. Die Pomologische Gesellschaft sichert auch Abkömmlinge alter Gubener Kirsch-, Birnen-, Pfirsich- und Spillingssorten. Pomologie ist die Lehre von den Obstarten und Obstsorten