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| 09:57 Uhr

Trotz Protesten aus der Neißestadt
Gubens Grüne Post ist zu

FOTO: LR / Daniel Schauff
Guben. Zwei Stunden früher als angekündigt waren die Türen in der Berliner Straße dicht. Von Daniel Schauff

Die Grüne Post ist zu. Für immer.

Eigentlich hatte die Postbank angekündigt, die Filiale in der Berliner Straße bis 12 Uhr am Dienstagmittag geöffnet zu halten. Einen entsprechenden Aushang aber hatte jemand am Vormittag handschriftlich korrigiert. 10 Uhr war Schluss für die Traditionspost.

FOTO: LR / Daniel Schauff

Rainer Laube vom Briefmarkensammlerverein Guben hatte die wenigen Stunden am Morgen noch genutzt, um sich einen Stempel aus der Grünen Post abzuholen. Zur Schließung der Filiale hat er Briefmarken drucken lassen, 60 Stück. Am Abend, sagt er, werden die Umschläge mit den seltenen Marken an die Mitglieder seines Vereins verkauft. 17 Mitglieder hat der Verein derzeit, sagt er. Was mit den restlichen Marken geschieht? Vielleicht werden sie später meistbietend verkauft. Laube ist sich sicher: Die Kosten für den Druck der Marken waren eine gute Investition.

FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau

Ein paar Postkunden rütteln auch nach 10 Uhr am Dienstag noch an den nun verschlossenen Türen der Grünen Post, studieren den Aushang. Die nächste Postbank-Filiale sei in Eisenhüttenstadt, steht dort. Und der Hinweis, dass ein paar Meter weiter eine Partnerfiliale der Post am Morgen eröffnet hat. Die ist in einem Autohaus am Cottbuser Platz. „Bisher war es ruhig“, sagt Birgit Hartmann, die im Autohaus Karge die Postgeschäfte regelt.

FOTO: LR / Daniel Schauff

„Die Post ist auf uns zugekommen“, sagt Sabine Balzer vom Autohaus. „Wir probieren das jetzt mal aus“, sagt sie. Neben Lkw, die Autos geladen haben, rangieren jetzt auch Post-Laster auf dem Grundstück des Autohauses. Die polnischen Großkunden, sagt Birgit Hartmann, seien am Dienstag noch nicht vorbeigekommen.

Letztere waren eins der Argumente, die die Gubener für den Erhalt der Postbank in der Berliner Straße angeführt haben. Viele Polen nutzten die Briefdienste des deutschen Anbieters, insofern komme der Grünen Post – benannt nach der Farbe des Gebäudes – eine besondere Rolle zu. Sogar eine Unterschriftenliste hatte die Stadtverwaltung organisiert, nachdem die Idee bei der Bürgerversammlung mit Bürgermeister Fred Mahro (CDU) aufgekommen war. Genützt hat es nichts – und mehr noch: Laut Mahro fand sich bei der Postbank nicht einmal ein Ansprechpartner, der die Unterschriftenliste entgegengenommen hätte.

Wiederholt hingewiesen hat die Postbank allerdings auf die Partnerfilialen im Stadtgebiet, bei denen Postdienstleistungen angeboten werden. Sieben sind es im Gubener Stadtgebiet seit Dienstag. Neben der Deutschen Post bietet in Spree-Neiße auch das Unternehmen RPV Briefdienstleistungen an (siehe Grafik).