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Gubenerinnen spielen in der "Landesauswahl"

Selina Werner (l.) und Hella Wiepke spielen seit Sonntag die erste und zweite Geige bei der Jungen Philharmonie Berlin/Brandenburg.
Selina Werner (l.) und Hella Wiepke spielen seit Sonntag die erste und zweite Geige bei der Jungen Philharmonie Berlin/Brandenburg. FOTO: utr1
Guben. Seit Sonntag sind Selina Werner und Hella Wiepke Mitglieder der Jungen Philharmonie Brandenburg – dem Landesjugendsinfonieorchester Brandenburg. Die beiden Gubener Musikschülerinnen haben den Aufnahmetest mit Bravour bestanden. Ute Richter / utr1

Die Junge Philharmonie Brandenburg ist ein Auswahlorchester, in dem sich die Musiker durch ein Probespiel qualifizieren. Am Sonntag haben auch zwei Gubenerinnen diesen Test geschafft und sind nun Teil dieses Nachwuchsorchesters. Selina Werner (12) und Hella Wiepke (15) haben mit ihrem Geigenspiel die Jury überzeugt und freuten sich sehr über ihre Aufnahme in diesem außergewöhnlichen Klangkörper.

Aufgeregt waren sie, als sie mit ihrer Lehrerin Anja Hawlitzki und in Begleitung ihrer Eltern am Sonntagmorgen die Komische Oper in Berlin betraten. Fleißig hatten sie Wochen zuvor geübt. Vorgegeben waren Tonleitern, Etüden als spieltechnische Übungen, ein langsames sowie ein schnelles Stück. Zehn Minuten Zeit blieben ihnen, um die Jury von ihrem Können zu überzeugen.

Selina Werner hatte sich mit der D-Dur-Tonleiter beschäftigt, eine Etüde von Mazas einstudiert, den 2. Satz von Vivaldis "Die vier Jahreszeiten" und das Konzert in D-Dur von Haydn in G-Dur immer und immer wieder geübt. Hella Wiepke nahm sich die B-Dur-Tonleiter vor, entschied sich für eine Etüde ebenfalls von Mazas sowie das Konzert Nr. 2 von Komarowski 1. Satz und Vivaldis Concerto in A-Moll 2. Satz.

Acht Geigen waren zum Vorspiel geladen. Hintereinander standen die jungen Leute auf der Bühne und gaben ihr Bestes. In der Jury saßen unter anderen Thomas Holzhäuser, Profi-Geiger der Jungen Philharmonie, Gabriel Zinke, stellvertretender Vorsitzender des Landesmusikschulverbandes Brandenburg und Direktor des Konservatoriums Cottbus,, sowie Klaus Wetzig, Stargeiger an der Komischen Oper Berlin. Vor solch geballter Fachkompetenz zeigten Selina und Hella Nervenstärke und spielten sich direkt hinein ins Landesjugendsinfonieorchester Brandenburg.

Nun werden sie Teil sein der professionellen Arbeit in einem Nachwuchsorchester mit Registerprobenleitern aus renommierten Berliner Konzert- und Opernhäusern. Sie werden Auftritte in großen Konzertsälen haben und Konzerttourneen in alle Welt begleiten. Sie werden Konzerte mit internationalen Solisten und Dirigenten spielen und Erfahrung im Orchestergraben bei Opernproduktionen sammeln. Auch CD-Aufnahmen stehen auf dem Programm.

Der erste Termin steht Ende Dezember an. Am 27. Dezember geht es für beide Musikerinnen mit dem Orchester zur Probenphase nach Frankfurt/Main. Vorher bekommen sie eine Auswahl der zu übenden Stücke, die sich alle um Märchen und Tänze drehen, zugeschickt. Dann heißt es fleißig üben, und sich möglichst problemlos ins Orchester einzufügen. So richtig glauben konnten es beide am Montagabend bei der Probe in der Musikschule in Guben noch nicht. Das werde für sie wohl erst richtig greifbar, wenn sie am 27. Dezember in Berlin mit den anderen Musikern in den Bus steigen, vermuten beide.

Die Junge Philharmonie Brandenburg, das Landesjugendsinfonieorchester, wurde 1992 gegründet. Chefdirigent ist Prof. Sebastian Weigle, international gefragter Dirigent und heutiger Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt. Das Orchester, das zu den besten Nachwuchsorchestern Deutschlands zählt, gastiert mittlerweile weltweit. Die Orchestermusiker, die sich zum Großteil aus dem Spitzennachwuchs der brandenburgischen Musikschulen rekrutieren, sind zwischen 13 und 25 Jahren alt. In zwei bis drei jährlichen Probenphasen erarbeiten sie sinfonische Programme und treten unter der Leitung des Chefdirigenten Sebastian Weigle beziehungsweise des ständigen Dirigenten Aurélien Bello auf.