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Gubenerinnen auf Zutatensuche

Der Weltgebetstag entführte die Besucher des Gottesdienstes im Pfarrhaus auf die Philippinen.
Der Weltgebetstag entführte die Besucher des Gottesdienstes im Pfarrhaus auf die Philippinen. FOTO: utr1
Guben. Rund um den Erdball haben am Freitag die Menschen die von Frauen vorbereiteten Gottesdienste zum Weltgebetstag gefeiert. Auch Guben beteiligt sich seit vielen Jahren daran. Ute Richter

Mit Engagement organisieren die Frauen der Gubener Kirchengemeinden wieder den Abend, der stets am ersten Freitag im März stattfindet. Jedes Jahr kommt der Gottesdienst zum Weltgebetstag von Frauen eines anderen Landes. In den letzten Jahren waren beispielsweise Chile, Malaysia, Frankreich, Ägypten und die Bahamas an der Reihe. Die Verfasserinnen der Gottesdienstordnung greifen in ihrer Liturgie dann stets gesellschaftliche Fragen auf, die den Menschen in ihrem Heimatland auf den Nägeln brennen. Un ddarüber steht das internationale Motto "Informiert beten - betend handeln".

Im Gottesdienst der philippinischen Christinnen in diesem Jahr ging es um Ungerechtigkeiten in ihrem Land, von denen die Gubener Protagonisten in drei fiktive Frauen unterschiedlichen Alters schlüpften: Arbeitsrechtsverletzungen, Ausbeutung weiblicher Arbeitskraft im Ausland, geschlechterspezifische Gewalt, Ressourcenraubbau und Umweltzerstörung. Die Liturgie dafür wurde von mehr als 20 christlichen Frauen unterschiedlichen Alters und aus allen Regionen des Inselstaates verfasst. Der deutsche Titel des Gottesdienstes lautete:Was ist denn fair? Darin ging es um Fragen globaler und biblischer Gerechtigkeit. Bereits im Januar beginnen die Gubener Frauen der Kirchengemeinden mit den Vorbereitungen. Da heißt es Länderinformationen zu sammeln, die Liturgie für den besonderen Gottesdienst vor Ort zu arrangieren und Rezepte aus dem jeweiligen Land herauszusuchen. Christiane Fritzschka, die mit den Frauen das Organisationsteam bildete, erzählte, dass es bei den Philippinen gar nicht so einfach war, landestypisches Essen zu kochen. Viele der in den Rezepten benannten Zutaten, gibt es nicht in Deutschland zu kaufen. Aber die Frauen improvisierten, so dass die Gerichte, die die Besucher des Abends am Ende probieren konnten, den Originalen relativ nahe kamen. Wöchentlich haben sich die Frauen für die Vorbereitungen getroffen und wieder einen unvergesslichen, interessanten Abend gestaltet.

Achtzig Prozent des südostasiatischen Landes sind römisch-katholische Christen. Leider werden auf den Philippinen die Frauenrechte, obwohl sie durchaus gesetzlich verankert sind, im gesellschaftlichen Leben nicht geachtet.

Zum Thema:
Der Weltgebetstag ist eine weltweite Basisbewegung christlicher Frauen. Jedes Jahr, immer am ersten Freitag im März, feiern Menschen weltweit den Weltgebetstag. Der Gottesdienst wird jährlich von Frauen aus einem anderen Land vorbereitet, die Mitglieder in unterschiedlichen christlichen Kirchen sind. Inzwischen wird in rund 100 Ländern der Weltgebetstag begangen. In vielen Ländern gibt es ein eigenes Komitee. Das Deutsche WGT-Komitee wird von Frauenorganisationen und -verbänden christlicher Kirchen getragen. Seit über 100 Jahren gibt es die Weltgebetstagsbewegung. Ihre Anfänge hatte sie in den USA und Kanada.