| 02:36 Uhr

Gubenerin gibt Hilfe zur Selbsthilfe

Andrea Forberg betreut 26 Selbsthilfegruppen in Guben.
Andrea Forberg betreut 26 Selbsthilfegruppen in Guben. FOTO: Halpick
Guben. Andrea Forberg ist die Mutter der Selbsthilfegruppen in Guben und Forst. Vor 25 Jahren half sie, das Selbsthilfe- und Informationszentrum (Sekiz) Spree-Neiße aufzubauen, das heute in Trägerschaft des DRK-Kreisverbandes Niederlausitz läuft. Silke Halpick

Es gibt 26 eigenständige Selbsthilfegruppen in Guben und zwölf in Forst - von den anonymen Alkoholikern über Rheumakranke, Schwerhörige, Multiple-Sklerose-Betroffene bis zu pflegenden Angehörigen. Forbergs jüngstes "Baby" ist die Selbsthilfegruppe Schmerz.

Dafür werden "Menschen mit chronischen Schmerzen" gesucht, wie die Fachberaterin erklärt. Ob Rücken, Gelenke oder der Kopf betroffen ist, sei zweitrangig. Die Betroffenen sollen bei ihren monatlichen Treffen miteinander ins Gespräch kommen, Erfahrungen austauschen und sehen, dass sie nicht allein sind. Erklärtes Ziel ist, die persönlichen Lebensumstände zu verbessern, sie aus ihrer Isolation herauszuholen und Lebensmut zu geben.

"Jede neue Gruppe ist ein Experiment", räumt Forberg ein. Damit es gelingt, müsse vor allem "die Chemie stimmen". Das wisse sie aus Erfahrung. Ein Beispiel sei die Depressionsgruppe, die vor zehn Jahren geschlossen von der psychiatrischen Tagesklinik kam. "Ich dachte, das verläuft im Sande", so die 63-Jährige. Mittlerweile gibt es in Guben vier Gruppen, deren Mitglieder sich ihren Depressionen und Ängsten stellen.

Mit einem weit verbreiteten Klischee räumt Forberg auch gleich auf: "Selbsthilfegruppen sind keine Stuhlkreise", sagt sie. Auch gebe es keine formellen Ablaufpläne für die Zusammenkünfte. "Jede Selbsthilfegruppe hat einen Leiter, dessen Aufgabe es ist, regulierend einzugreifen, falls es nötig wird", erzählt die gelernte Textilingenieurin. Zu DDR-Zeiten war sie in der Forschungsabteilung der Hutwerke Guben tätig. "Aber ich wollte schon immer mit Menschen arbeiten", sagt sie.

Als Sekiz-Fachberaterin vermittelt sie Interessenten in bestehende Gruppen, hilft bei der Gruppengründung und Raumsuche, stellt den Kontakt zu Experten im Gesundheits- und Sozialbereich her, arbeitet mit Verbänden, Vereinen und Krankenkassen zusammen. Den 20-Stunden-Job finanziert der Landkreis Spree-Neiße.

Zu erreichen ist sie beim DRK-Kreisverband in der Kaltenborner Straße 96 in Guben - Telefon 03561 6281115. Regelmäßige Sprechstunden gibt es auch in der Forster Hufeland-Apotheke - Telefon 03562 7107.