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| 16:40 Uhr

Internet
Gubenerin bloggt sich in die Welt

Beate Klock aus Guben hat einen eigenen Blog im Internet unter www.be-my-life.de und freut sich über eine feste Fangemeinde.
Beate Klock aus Guben hat einen eigenen Blog im Internet unter www.be-my-life.de und freut sich über eine feste Fangemeinde. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. Beate Klock berichtet auf ihrer Internetseite über Privates und testet Produkte.

Auf den ersten Blick sieht man es ihr nicht an: Doch die Gubenerin Beate Klock gehört zum Kreis der deutschen Blogger. Auf ihrer Internetseite veröffentlicht sie seit fünf Jahren regelmäßig Produkttests und berichtet aus ihrem Privatleben. Der 35-Jährigen macht das Hobby „viel Spaß“. Mit dem Honorar, das ihr die Unternehmen zahlen, bessert die Alleinerziehende ihr Einkommen auf, wie sie sagt.

„Meine Berichte sind authentisch, wenn mir was nicht gefällt, schreibe ich das auch“, betont Klock. Den „Blogger-Codex“, nichts zu beschönigen, nimmt sie ernst.  Die Gubenerin ist davon überzeugt, dass auch die Unternehmen „ein ehrliches Feedback“ von den Produkttestern erwarten.  Geärgert hat sie sich beispielsweise über ein Shampoo. Nach ihrer Kritik habe der Hersteller das Produkt „nachgebessert“. Einen Namen will sie aber nicht nennen.

Die blonde Frau sitzt auf der Couch in ihrer 60 Quadratmeter großen Plattenbauwohnung und hält ein schmales Tablet in der Hand. Aufgerufen hat sie ihre Internetseite „Be my life“ (Sei mein Leben). Drei bis fünf Stunden pro Woche investiert sie, um die Seite mit Inhalten zu füllen. Auf ihrem Blog erzählt sie beispielsweise, wie sie Auto fahren gelernt hat, berichtet über Schwangerschaft und Geburt, wie sie mit Migräne-Attacken umgeht oder wie sie nach 16 Jahren Berlin-Aufenthalt wieder zurück in ihre Heimatstadt Guben gezogen ist.

„Ich wollte mit dem Kleinen nicht in der Großstadt bleiben“, sagt die gelernte Arzthelferin. Seit Juni arbeitet sie als Schreibkraft im Naemi-Wilke-Stift und ist „rundum glücklich“. Auch die Eltern sind nun direkt vor Ort. Der Hektik der Großstadt trauert Klock kein bisschen nach. „Ich habe gemerkt, dass ich hier viel ruhiger geworden bin“, sagt sie.

Ihr Blog hat mittlerweile 3500 Fans auf Facebook und 1000 auf Instagram. Auf diese Zahl ist sie stolz. „Da sind auch Gubener darunter“, erzählt sie. Meist seien es alleinerziehende Mütter wie sie selbst, die die Seiten besuchen und mit denen sie in Kontakt steht. Aber auch die Blogger untereinander kennen sich. So schaut Beate Klock ab und an auf den Seiten von „Luise bloggt“ aus Cottbus vorbei.

Schätzungen zufolge gibt es allein in Deutschland mehr als 300 000 Blogger. Nach einer Studie der Ruhr-Universität Bochum bloggen mehr Frauen als Männer. Allerdings sind unter den 100 größten Blogs kaum weibliche Autoren zu finden. Während Bloggerinnen häufig über persönliche Erfahrungen und Erlebnisse berichten, überwiegt bei den Themen-Blogs der Männeranteil.

Beate Klock hat sich auf die Themen Schönheit, Essen und Kinder spezialisiert. Für unterschiedliche Hersteller testet sie Produkte und schreibt ihre Kritiken auf Honorarbasis. Das sei in der Branche so üblich. Wie viel sie damit verdient, will sie nicht preisgeben. Angemeldet ist sie als Kleinunternehmerin. Der Nebenerwerb bleibt steuerfrei, sofern der Umsatz nicht  17 500 Euro  pro Jahr übersteigt.

Bezahlte Blogger sind nicht unumstritten. In den USA hat die Zahl der Unternehmen, die per Auftragsarbeit Produkte positiv bewerten lassen, so stark zugenommen, dass die Branche um ihre Glaubwürdigkeit fürchtet. Über die Einführung einer eigenen Richtlinie gegen Missbrauchsversuche wird bereits nachgedacht.