Grund ist aus Sicht der Gubener Verantwortlichen die Tatsache, dass der Amtsausschuss von Döbern-Land in einer nichtöffentlichen Sitzung am Montag entschieden hatte, Hans-Jürgen Siebold als neuen Geschäftsführer der Trinkwasserversorgungs-GmbH einzusetzen, der damit GWAZ-Geschäftsführer Wolfram Nelk aus Guben ablöst. Der GWAZ war vor einem Jahr vom Land Brandenburg mit der Sanierung des Eigenbetriebes Abwasser beauftragt worden.

Gubens Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner (FDP), Verbandsvorsteher des GWAZ, ist über die Entwicklung verärgert. „Ich halte das für eine Farce“, sagt Hübner. Schon die Ausschreibung des Geschäftsführerpostens sei so mit dem GWAZ nicht abgesprochen gewesen. Die Entscheidung vom Montag, über die die Gubener Seite nur auf eigene Nachfrage ins Bild gesetzt worden sei, ziehe das Ende des Engagements des GWAZ in Döbern-Land nach sich. „Wir haben den Vertrag gekündigt und unsere Anlagen abgeschaltet.“ Die Buchhaltungsdaten, auf die Döberner derzeit nicht zugreifen können, sollen diesen noch in dieser Woche übergeben werden. Die Vorgehensweise werde auch von den Verantwortlichen in der Brandenburger Landesregierung mitgetragen. „Es ist doch verständlich, dass der GWAZ die Sanierung nur in dem Fall weiterführt, dass er auch die Geschäftsführung in seinen Händen hält.“ Hübner geht auch mit den Zuständen im Amt Döbern-Land hart ins Gericht: „Ich wusste nicht, dass so etwas 19 Jahre nach der Wende noch möglich ist.“

Sowohl der Amtsdirektor von Döbern-Land, Günter Quander (parteilos), als auch Hans-Jürgen Siebold reagierten am Mittwoch enttäuscht über das „Geschäftsgebahren“ Hübners. Quander will nun rechtliche Schritte einleiten, weil er weder Frist noch Kündigungsrecht einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung gewahrt sieht.