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| 16:16 Uhr

Kultur in Guben
Volkshaus bleibt optimistisch

Die Türen des Volkshauses bleiben für Kulturinteressierte auch weiterhin geöffnet. Für das kommende Kulturjahr hat Karsten Geilich vom Fabrikverein schon erste Ideen gesammelt.
Die Türen des Volkshauses bleiben für Kulturinteressierte auch weiterhin geöffnet. Für das kommende Kulturjahr hat Karsten Geilich vom Fabrikverein schon erste Ideen gesammelt. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. Karsten Geilich dementiert Pleite-Gerüchte und bietet Mitgestaltung des Kulturprogramms an.

„Das haben wir doch schon immer so gemacht. Deswegen muss es richtig sein“ - Sätze wie diese kann Karsten Geilich nicht verstehen. Der Geschäftsführer des Fabrikvereins ist für das kulturelle Programm im Gubener Volkshaus verantwortlich und weiß, dass man sich insbesondere in der Kultur neuen Einflüssen nicht verschließen darf.

Seit April dieses Jahres benutzt der Verein die traditionsträchtigen Räumlichkeiten des ehemaligen Hotels „Kronprinz“ in Guben und kann auf einen erfolgreichen Sommer zurückblicken. Doch mit dem Einzug des Herbstes in die Neißestadt blieben plötzlich die Gäste aus. Im Oktober mussten insgesamt acht Veranstaltungen im Volkshaus ausfallen – unter anderem der Gubentalk mit Regina Thoss und der „Tanz wie einst im Volkshaus“. „Der Vorverkauf lief so schlecht, dass wir den Künstlern absagen mussten“, bedauert Karsten Geilich die Situation. Über mögliche Gründe für die wenige Resonanz spekuliert nun der Fabrikverein und diskutiert mögliche Verbesserungen.

Die Veranstaltungsabsagen seien jedoch kein Grund zur Panik, wie Karsten Geilich findet. Er dementiert die Gerüchte über eine mögliche Pleite. „Engpässe gibt es immer mal wieder. Dann gilt es herauszufinden, was man verändern kann. Es bringt ja nichts, immer die alte Schiene zu fahren“, so der Geschäftsführer. Die Veranstaltungsdichte ist, für eine kleine Stadt wie Guben, seit dem Wechsel ins Volkshaus sehr  stark gewesen. Zudem habe es in den vergangenen Wochen viele Oktoberfestveranstaltungen anderer Veranstalter gegeben. „Vielleicht war unser Angebot für Gubener Verhältnisse einfach zu viel“, vermutet Karsten Geilich. „Die Leute haben ja auch nicht immer unbegrenzt Geld zur Verfügung.“

Der Verein möchte den Gubenern dennoch eine breite Kulturlandschaft anbieten. Dazu gehöre neben bekannten Veranstaltungen auch Nischenkultur, also ausgefallenere Künstler, die sich mehr an ein kleineres Publikum richten. „Wir sind offen für alles und haben immer Spaß daran, auch einmal die Ideen anderer umzusetzen“, sagt Karsten Geilich. Dennoch will der Verein auch weiterhin auf Veranstaltungsreihen setzen, die in Guben schon seit längerem Tradition haben, wie beispielsweise das alljährliche „Warten auf den Weihnachtsmann“. Das sei allerdings auch kein Garant für Erfolg, wie der Geschäftsführer betont.

Das Gubener Publikum sei nicht berechenbar. Hin und wieder würde man einen Trend hinsichtlich kultureller Vorlieben beobachten können, der sich dann aber doch nicht dauerhaft durchsetzt. Deswegen hat der Verein die Idee zu einem Wunschzettel entwickelt. „Wir haben angefangen, unseren Gästen nach den Veranstaltungen Zettel zu geben, auf denen sie uns ihre Wünsche für kommende Veranstaltungen oder Künstler mitteilen können“, sagt Karsten Geilich. Auf diese Art soll eine stärkere Bindung zwischen dem Volkshaus und dem Gubener Publikum hergestellt werden, denn auch der demografische Wandel bringe neue Herausforderungen mit sich, die bewältigt werden müssen.

Auch die Frage nach Werbung und Marketing müsse immer wieder neu gestellt werden. „In den sozialen Netzwerken unterwegs zu sein, ist sicherlich ein guter Anfang, aber zu unserer Zielgruppe gehören auch Leute, die mit dem Internet wenig vertraut sind“, so der Geschäftsführer. Zudem biete das Volkshaus Kapazitäten, die nicht ausschließlich mit dem Gubener Publikum ausgeschöpft werden können. „Wir wollen auch überregional bekannt werden und müssen dazu noch entsprechende Marketingstrategien entwickeln“, so Karsten Geilich.

Auch wenn das Volkshaus für das kommende Jahr bereits ein paar neue Ideen gesammelt hat, werde das Programm, verglichen mit dem Sommer, etwas schmaler ausfallen. Verträge mit Wolfgang Stumph und Wiegald Boning seien bereits unterzeichnet, so Karsten Geilich. Ansonsten bittet das Volkshaus die Gubener um Mithilfe bei der Auswahl des Programms für das kommende Jahr.