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Gubener Verleger taucht in Messewelt ein

Andreas Peter ist ab heute auf der Leipziger Buchmesse.
Andreas Peter ist ab heute auf der Leipziger Buchmesse. FOTO: utr1
Guben. Der Gubener Andreas Peter ist nahezu der einzige Verleger aus dem Süden Brandenburgs, der sich bei der diesjährigen Leipziger Buchmesse präsentiert. Im Gepäck hat er Neuerscheinungen und "Bestseller" aus dem Niederlausitzer Verlag. Silke Halpick

Vor allem aber die Eindrücke und Begegnungen mit Literaturinteressierten lohnen den Aufwand, wie er findet.

Am Stand G 300 in der Halle 5 ist der Gubener ab heute zu finden - gemeinsam mit dem Märkischen Verlag Wilhelmshorst (Landkreis Potsdam-Mittelmark). Dessen Aushängeschild ist das "Poesiealbum", eine Autoren-Lyrik-Reihe in Heftform, 1967 in der DDR gegründet, die auch 50 Jahre später noch immer unverändert weiter besteht. "Wir ergänzen uns ganz gut", sagt Peter.

Der Niederlausitzer Verlag wird unter anderem die Neuerscheinung "Ich kenne den Teufel!" von Rosemarie Schuder vorstellen. In dem Roman geht es um Luthers Doktorvater Andreas Bodenstein. Aber auch die Geschichten der Klosterkirchenmaus Piepsi, der Roman "Mit 17 an die Front" von Johannes Diebe sowie historische Stadtpläne und Heimatkarten gehören zum Angebot, das er den Messebesuchern zeigt. "Diese besondere Atmosphäre hat man sonst nirgends", sagt Peter. Die Menschen kommen ganz gezielt, um sich Bücher anzuschauen.

Peter selbst ist von der Leipziger Buchmesse seit Mitte der 80er-Jahre fasziniert. Der Gubener hatte in Leipzig an der Pädagogischen Hochschule "Clara Zetkin" studiert und gehörte schon damals zu den regelmäßigen Messebesuchern. "Durch die Stände der westdeutschen Verlage konnte man nicht einfach hindurchschlendern", erzählt er. Diese Bereiche waren abgegrenzt und kontrolliert, die Besucherzahl reglementiert.

Als Verleger ist Andreas Peter natürlich auch an den Kontakten, die man auf der Messe knüpfen kann, interessiert. "Vor ein paar Jahren stand beispielsweise plötzlich ein Nachfahre der Hutmacherfamilie Wilke vor mir", erzählt er. Auch die Zusammenarbeit mit der Autorin Rosemarie Schuder hatte ihren Ursprung auf der Leipziger Messe. Mittlerweile hat der Niederlausitzer Verlag vier Bücher von ihr publiziert. Es gab mehrere Lesungen mit der Schriftstellerin, die sich als Wilke-Nachfahrin bereits ins Goldene Buch der Stadt Guben eintragen durfte.

Mehr als 100 Publikationen sind bereits im Niederlausitzer Verlag erschienen. Zwischen fünf und sieben Neuerscheinungen gibt es pro Jahr. Zu den bisherigen "Bestsellern" gehören "Guben 1945/46. Berichte Dokumente Diskussionen" der beiden Autoren Andreas Peter und Gerhard Gunia, der Bildband "Impressionen aus der W.-P.-St. Guben" sowie "Die Kleene aus der Salzmarktstraße" von Rita Buts.