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| 02:35 Uhr

Gubener Verein gibt benachteiligten Jugendlichen neue Perspektiven

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke gehörte am Dienstag zu den Gratulaten beim GBV in Cottbus.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke gehörte am Dienstag zu den Gratulaten beim GBV in Cottbus. FOTO: Jan Siegel
Cottbus. Das ist ungewöhnlich. Am Dienstag hat ein wirtschaftlich außergewöhnlich aktiver Verein aus Guben in Cottbus mit vielen Gästen seinen 25. Geburtstag gefeiert. Und sogar der Ministerpräsident kam zum Gratulieren. Jan Siegel

Der Gemeinnützige Berufsbildungsverein (GBV) aus Guben ist kein normaler Verein. Im Unterschied zu vielen Zusammenschlüssen für eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung müssen die Gubener auf einem schwierigen Markt wirtschaften.

Seit zweieinhalb Jahrzehnten hat sich der GBV die Ausbildung benachteiligter Jugendlicher auf die Fahne geschrieben.

Entstanden aus der einstigen Betriebsberufsschule und der Betriebsakademie des Chemiefaserwerkes startete der Verein in den 1990er-Jahren furios in die gewendete Zeit. Die Gubener hatten mit der Ausbildung Benachteiligter eine Nische entdeckt, in der sie sich prächtig entwickeln konnten. Aus dem gesamten Süden Brandenburgs kamen die Auszubildenden in die Neißestadt, die die Arbeitsämter dorthin schickten. Die GBV-Wohnheime platzen aus allen Nähten.

Der Verein kaufte Immobilien und entwickelte sie zum Nutzen der Stadt - ganz nebenbei. Eines der markantesten Beispiele dafür ist das traditionsreiche Volkshaus, das nach der Wende dem Verfall preisgegeben schien und kurzerhand zur schmucken GBV-Lehrküche mit Veranstaltungssaal für die Gubener wurde.

Aber es ging nicht immer bergauf beim GBV. Nach Änderung einiger Förderprogramme blieben die Azubis für die Wohnheime an der Neiße aus. Die Gubener kämpften sich erfolgreich aus der Krise. Das alte Straßenbahndepot in Cottbus verwandelten sie in ihren neuen Stützpunkt und punkten dort jetzt mit ihrem pädagogischen Know-how.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) gratulierte den Gubenern am Dienstag. Sie seien länger erfolgreich am Markt als so manches Unternehmen. "Die Stärke der Menschen im Osten war gerade in der Wendezeit die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln", sagte Woidke. Vier von fünf Brandenburgern hätten nach 1990 einen oder gar zwei neue Berufe erlernt. Diese Bereitschaft sich weiterzuentwickeln und zu lernen, habe auch den GBV nach vorne gebracht. Und das Lernen gehe weiter. In Zukunft könnte der Gubener Verein bei der Integration von Flüchtlingen punkten.

Die Gubener haben sich einen klangvollen Namen in der Region erarbeitet. Deshalb kamen neben dem Ministerpräsidenten auch der Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Schulze (CDU), Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU), Gubens amtierender Bürgermeister Fred Mahro (CDU) und der Cottbuser Dezernent Bernd Weiße, um mit den Gubenern zu feiern.

Und für den Rahmen dabei sorgten bemerkenswerte Talente aus der Musikschule in der Neißestadt.