Altstadt

Gubener Torhaus nun gesichert

Das Torhaus von hinten. Das Dach wurde originalgetreu mit Schiefer gedeckt. Die Stadt hat das Objekt in seine Altbauerhaltungsstrategie aufgenommen, um auch für künftige Sanierungen Fördermittel beantragen zu können. FOTO: LR / Silke

Guben. Arbeiten am denkmalgeschützten Gebäude sind abgeschlossen, Neuausschreibung ist geplant.

„Nutzbar ist das Torhaus so noch nicht“, räumt Sabine Kroll vom Gubener Ingenieurbüro Bärmann und Partner beim Vor-Ort-Termin ein. Doch zumindest als gesichert gilt das unter Denkmalschutz stehende und stadtbildprägende Haus in der Berliner Straße. Knapp 300 000 Euro hat die Baumaßnahme verschlungen.

Die von außen sichtbarste Veränderung ist das neue Dach, das wieder komplett aus Schiefer besteht. „Zu DDR-Zeiten wurden dafür Betondachsteine verwendet“, erzählt Steffi Wander von der Gubener Stadtverwaltung. Doch der Denkmalschutz bestand darauf, wieder den Originalzustand herzustellen.

Als „sehr intensiv“ bezeichnet auch Baufachbereichsleiter Sven Rogosky die Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Spree-Neiße. Diese sei neben der Unterbrechung im Winter ein Grund für die lange Bauzeit. Im September 2017 wurde mit der Sicherung begonnen. Ursprünglich sollten die Gerüste zum Frühlingsfest Anfang Juni fallen. Doch erst jetzt steht das Torhaus vor seiner Bauabnahme.

Eine weitere Herausforderung bei der Sicherung waren die „Spuren, die die Geschichte hinterlassen hat“, wie es Rogosky ausdrückt. Damit meint er den Hausschwamm, der  vor allem das Holz befallen hat. Betroffene Balken und Bretter wurden ausgetauscht, andere Stellen durch Bohrlochtränkung mit einem Schutzmittel behandelt. Rogosky zeigt auf die Löcher entlang eines Balkens im Gang über der Toreinfahrt.

Mit dem hohen Ausmaß des Befalls hatte im Vorfeld niemand gerechnet. Deshalb musste auch das Budget für das Vorhaben nochmals aufgestockt werden. Aus dem Fördertopf „Aktives Stadtzentrum“, der Ende 2017 auslief, flossen rund 160 000 Euro. Mit weiteren 120 000 Euro wird aus dem SSE-Programm des Landes Brandenburg für Sanierung, Sicherung, Erwerb gerechnet. „Die Abschlussrechnung liegt noch nicht vor“, betont Wander.

Wie geht es weiter mit dem Torhaus? Das ist eine Frage, die viele Gubener interessiert. Schon in der Vergangenheit ist es der Stadt Guben nicht gelungen, das einstige Pförtnerhäuschen zur Fabrikantenvilla der Familie Wilke an einen Investor zu bringen. Seit dem Jahr 2007 war es mehrfach verkauft und wieder rückabgewickelt worden, weil die Nutzungsart von den Stadtverordneten abgelehnt oder Vertragsbedingungen vonseiten der Käufer nicht eingehalten wurden.

Da das Torhaus durch die Sicherung jetzt im „deutlich verbesserten Zustand“ ist, will Bürgermeister Fred Mahro (CDU) nochmals eine Ausschreibung wagen, wie er gegenüber der RUNDSCHAU sagt. Wie hoch der Verkaufspreis ist, ist noch offen. Bei der letzten Ausschreibung im Jahr 2015 lag der geschätzte Verkehrswert bei 63 000 Euro.

Sollte die Ausschreibung wieder „ins Leere“ laufen, so Mahro, werde die Stadt das Torhaus langfristig für kommunale Zwecke nutzen. „Viel Spielraum haben wir aber nicht“, räumt der Bürgermeister ein. Die städtischen Einrichtungen wie Musikschule, Museum und Bibliothek sind bereits untergebracht und an Verträge gebunden.

Baufachbereichsleiter Sven Rogosky zeigt die Stellen im Holz, an denen das Schutzmittel mithilfe einer Bohrlochtränkungen behandelt wurde. FOTO: LR / Silke Halpick