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| 02:37 Uhr

Gubener Tierheim sorgt sich um Personal – Bufdi-Stellen laufen Ende März aus

Azubi Thomas Kramer, die Bufdis Doris Sieg, Mario Weiß, Melitta Hirte und Tierheimleiterin Kerstin Martin (v. l. n. r.) kümmern sich um das Wohl der Tiere.
Azubi Thomas Kramer, die Bufdis Doris Sieg, Mario Weiß, Melitta Hirte und Tierheimleiterin Kerstin Martin (v. l. n. r.) kümmern sich um das Wohl der Tiere. FOTO: Anja Brautschek
Guben. 121 Katzen und 17 Hunde müssen im Tierheim Guben versorgt werden. Ohne Unterstützung wäre das nicht stemmbar. Doch drei Bundesfreiwilligen-Stellen laufen im März aus – eine Verlängerung gibt es vorerst nicht. Anja Brautschek

Betritt ein Besucher den Hof des Gubener Tierheims, so richten sich sofort die erwartungsvollen Blicke der Vierbeiner auf ihn. Mit Bellen und Betteln buhlen Katzen und Hunde um die Aufmerksamkeit des Neuankömmlings. 121 Katzen und 17 Hunde warten dort jeden Tag auf ein neues Zuhause.

"Die Arbeit steht und fällt mit dem Kollektiv", sagt Ingeborg Primm, Vorstandsmitglied vom Verein Tierheim Guben, der zugleich Betreiber dieser Einrichtung ist. Sowohl bei Hitze, Kälte und auch zu Feiertagen müssen die Tiere mit Futter versorgt und die Gehege, Ausläufe und Zimmer gereinigt werden. Zehn Mitarbeiter sind für das Wohl der Tiere täglich im Einsatz. Darunter sind auch drei Beschäftigte im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes, sogenannte Bufdis. Doch die Stellen laufen zum 31. März aus. Und Ersatz gibt es vorerst nicht.

Denn die Stellen sind begehrt. "Mit dem vom Bund bereitgestellten Budget können wir ungefähr 35 000 bis 40 000 Stellen finanzieren", sagt Peter Schloßmacher von der Pressestelle des Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Das Budget werde auf 20 Zentralstellen, die die Einsatzorte koordinieren und Verwaltungsaufgaben übernehmen, verteilt. "Dadurch ergibt sich, dass nicht jede Einsatzstelle besetzt werden kann", erklärt er. Der Großteil des Budgets werde meist am Jahresanfang verteilt. Über dieses Verfahren ärgert sich der Verein. "Das ist ein Kampf, an Stellen zu kommen. Meldet man sich auch nur ein paar Minuten zu spät an, kann es schon zu spät sein und die Stellen sind weg", sagt Ingeborg Primm.

Dabei sind Bufdis eine große Stütze für das Tierheim. Die drei derzeitigen Bufdis haben zuvor schon einmal als Aushilfskräfte gearbeitet und kennen die Arbeitsabläufe. Routiniert reinigen sie jeden Morgen Näpfe und Katzentoiletten, füttern die Tiere oder kümmern sich um neue Liegebänke für die 13 Katzenzimmer. Aber auch finanziell bedeuten die Stellen eine Entlastung. Denn die Kosten werden vom Bund übernommen. Ohne die Stellen müssen wieder neue Aushilfen eingestellt werden. Denn Arbeit gibt es genug - aber das Budget ist knapp. "Dann wird es für uns noch schwieriger", beklagt Ingeborg Primm.

Rund 100 000 Euro kostet die Versorgung der Tiere jährlich. Den Großteil bringt der Verein durch Spenden und Mitgliedsbeiträge auf. Die Stadt finanziert für 28 Tage die Kosten für Fundtiere. Doch in dieser Zeit wird kaum ein Tier vermittelt. "Ohne unseren Partner, den Verein Terra Mater, und zusätzliche, ehrenamtliche Unterstützung könnten wir nicht so eine hohe Qualität erreichen."

Zum Thema:
Im Spree-Neiße-Kreis sind aktuell 137 Helfer im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes im Einsatz - 75 Männer und 62 Frauen. Allein in der Stadt Guben gibt es 14 Einsatzstellen. Außer im Tierheim Guben arbeiten zwei Bufdis unter anderem noch beim Naemi-Wilke-Stift sowie in Kindertagesstätten und Pflegeheimen. Die Stadt Guben beschäftigt zurzeit Freiwillige im Bereich Friedhofswesen und im Museum. In der Gemeinde Schenkendöbern sind neun Freiwillige eingesetzt. Allerdings hat die Gemeinde noch drei offene Stellen. So suchen die Kindertagesstätten in den Gemeinden Gastrose und Grano sowie die Schule in Grano noch Unterstützung durch Bufdis.