ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:37 Uhr

Tag der offenen Tür
Katzenglück und Hundesorgen

 Kerstin Martin, Anke Thiele und Siegfried Schade (v.l.n.r.) halten die drei Welpen, die kaum zu bändigen sind, auf den Armen.
Kerstin Martin, Anke Thiele und Siegfried Schade (v.l.n.r.) halten die drei Welpen, die kaum zu bändigen sind, auf den Armen. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. Das Gubener Tierheim präsentiert beim Tag der offenen Tür Ergebnisse der „Harten Hunde“-Aktion.

Zwei Wochenenden im August sind die „Harten Hunde“ rund um Ralf Seeger im Gubener Tierheim aktiv gewesen. Mission erfüllt, hieß es am Ende. Zum Tag der offenen Tür am Samstag präsentiert die Einrichtung nun, was alles erreicht wurde.

Was unterm Strich für die Einrichtung raus kam, war „optimal“, sagt Vereinsvorsitzende Anke Thiele. Mit Ralf Seeger war sie schnell per du, die Männer in seinem Team haben eine „raue Schale, aber einen weichen Kern“. Die Zusammenarbeit war „sehr angenehm“. „Allein hätten wir das definitiv nicht stemmen können“, betont Thiele.

Beim Rundgang durch das Tierheim wird sichtbar, wie sehr sich die Bedingungen für die Katzen durch die Aktion verbessert haben. Beide Katzengehege sind jetzt mit einem massiven Drahtgeflecht überdacht, das mindestens 20 Jahre halten soll. Zuvor musste das Netz alle drei bis vier Jahre erneuert werden. Auch Räume im alten Katzenhaus wurden neu gefliest.

Nebenbei musste der reguläre Tierheimbetrieb weitergehen

An zwei Wochenenden war das Team in Guben im Einsatz. „Für unsere Mitarbeiter eine anstrengende Zeit“, räumt Thiele ein. Nebenbei musste schließlich auch der reguläre Tierheimbetrieb organisiert, aber beispielsweise auch die Holzbalken für die Dachkonstruktion von jetzt auf gleich abgeladen werden.

Die Aktion der „Harten Hunde“ war ein Glücksfall für das Gubener Tierheim. Sechs Tierheime besucht Ralf Seeger mit seinem Format „Helden für Tiere – Ralf Seegers greift ein“ pro Jahr. Die Zahl der Bewerbungen liegt bei mehr als 600. Dass das Team an die Neiße kam, ist der Gubenerin Jenny Böhme zu verdanken, die die Aktion maßgeblich mitorganisiert hatte.

Positiv sieht Anke Thiele auch die Außenwirkung: „Vielen Gubenern war gar nicht bewusst, wie schön unser Tierheim ist“, sagt sie. Neben zwei festangestellten Mitarbeitern helfen fünf Ehrenamtler bei der Versorgung der Tiere. Aktuell leben hier 92 Katzen und 16 Hunde. Im Vergleich zu 140 Katzen in den Vorjahren sei das eine gute Zahl.

Der Markt in Guben ist gedeckt

Vermittelt werden die Tiere mittlerweile nur noch selten innerhalb von Guben. „Der Markt ist gedeckt“, begründet Thiele. Häufig kommen Cottbuser, Forster, Eisenhüttenstädter, aber auch Berliner und Potsdamer. „Eine Katze haben wir sogar schon nach Österreich vermittelt“, erzählt die Vereinsvorsitzende.

Aktuell werden für drei junge Welpen neue Besitzer gesucht. „Das ist eine Jack-Russell-Terrier-Mischung mit viel Power“, sagt Thiele. Deshalb kommen auch nur Halter infrage, die diese besonderen Herausforderung bei Haltung und Erziehung erfüllen können.

„Unsere Mitarbeiter haben ein gutes Auge, wer zu wem passt“, sagt sie. Das bestätigen auch die vielen positiven Rückmeldungen der neuen Besitzer. „Demnach müssen wir hier in Guben nur Wundertiere haben“, erzählt sie.

Stadtverordneter sieht Dachsanierung am Hundehaus als nächsten Schritt

Auch Gerhard Lehmann bewertet die Aktion der „Harten Hunde“ als sehr positiv. Der ehemalige Linken-Stadtverordnete hatte sich in der Vergangenheit für die Sanierung des Tierheims stark gemacht. Allerdings sieht er noch Nachholbedarf beim Hundehaus. „Gott sei dank gibt es jetzt Fördermittel“, sagt er. 65 000 Euro gibt das Land, 12 000 Euro die Stadt.

Mit der Sanierung des Daches sollen sich die Lichtverhältnisse für die Hunde verbessern. Der Einbau einer Schwerkraftentlüftungsanlage soll dafür sorgen, dass auch die aggressiven Gerüche abgeleitet werden können. „Das Tierwohl steht im Mittelpunkt“, betont Lehmann.

(sha)