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| 14:49 Uhr

Kommunalpolitik
Guben sammelt Ideen für Stadtpark

Robert Schmidt vom Landschaftsarchitekturbüro Engelmann sammelt die Ideen der Gubener für den Stadtpark ein.
Robert Schmidt vom Landschaftsarchitekturbüro Engelmann sammelt die Ideen der Gubener für den Stadtpark ein. FOTO: Silke Halpick / LR
Guben. Bei Bürgerversammlung wird wenig Beton und Raum für Natur und Begegnungen gefordert.

Die Stadt Guben will ihren Stadtpark neu gestalten. Bei einer Bürgerversammlung hatten jetzt auch die Neißestädter die Möglichkeit, ihre Ideen einzubringen. Ganz oben auf der Wunschliste stehen Wildblumenwiesen, Apfelallee, Barfußpfad, Naturspielplatz und eine gastronomische Einrichtung.

„Keine Denkschranken“ soll es bei der Diskussion geben, wie der amtierende Bürgermeister Fred Mahro gleich am Anfang betont. Rund 20 Gubener sind am Mittwochabend in die Alte Färberei gekommen, um über die Neugestaltung der rund acht Hektar großen Anlage zu reden. Zu den Schwerpunkten aus Sicht der Stadt  gehören die Teichbewirtschaftung, das Wiederherstellen von Sichtachsen, Nachpflanzungen sowie die Instandsetzung vorhandener Kunstwerke.

Mit der Vorplanung wurde das Cottbuser Landschaftsarchitekturbüro Engelmann beauftragt, das auch schon an Projekten im Branitzer Park, Forster Rosengarten und am Spremberger Schloss beteiligt war. Ende April will die Stadt Guben ihren Projektantrag einreichen. Auf EU-Fördermittel in Höhe von 750 000 Euro wird spekuliert. Die Entscheidung dazu soll im vierten Quartal 2018 fallen. Mit der Umsetzung wird in den Jahren 2019/20 gerechnet.

Und was wollen die Gubener? Auf jeden Fall „nicht so viel Beton“ und möglichst wenig versiegelte Flächen, wie Silvia Brunnenschatz betont. Auch soll sich Guben seiner großen Apfeltradition wieder bewusst werden. Eine Apfelallee oder Steuobstwiesen finden auch bei anderen Gästen Anklang. Mathias Berndt von der Pomologischen Gesellschaft weist darauf hin, dass die Pflege schon bei der Planung nicht vergessen werden dürfe. Diese Nachfolgekosten trägt allein die Stadt.

Besonders oft zu hören ist die Forderung nach Wildblumenwiesen im Stadtpark. Den anwesenden Gubenern scheint es wichtig, durch  geschützte  Areale, die auch nur einmal im Jahr gemäht werden, die Insektenvielfalt zu sichern und dem Artensterben Einhalt zu gebieten. Das „Mähen im Versatz“ im Stadtpark schon heute fordert Uwe Tzscheppan. Ihm als Naturschützer „tränt das Herz“ angesichts der aktuellen Zustände im Park, wie er sagt.

Einen Naturspielplatz, der mit Sand, Findlingen und Wasser gestaltet werden könne, schlägt Annette Berndt vor. Von anderer Seite wird ein Barfußpfad ins Spiel gebracht, vom dem nicht nur Kinder, sondern auch Senioren profitieren können. Bei der Anlage könne die Stadt von den Erfahrungen in Burg und in der Partnerstadt Laatzen profitieren, wie Mahro sagt.

Im Rahmen der Diskussion wird deutlich, dass sich die Gubener den Stadtpark als Ort für Begegnungen wünschen. Momentan machen viele Neißestädter eigenen Angaben zufolge einen Bogen um die Anlage, die die Altstadt mit der Sprucke verbindet. Als Grund wird der wenig attraktive Zustand genannt.

„Die meisten Parks, die ich kenne, haben in ihrem Zentrum eine gastronomische Einrichtung“, sagt Peter Stephan, der von der Partei Die Linke als Bürgermeisterkandidat nominiert wurde. Eine solches Café würde auch Guben gut stehen, findet er. Auch diesen Punkt will Mahro in die Vorplanung aufnehmen,  gleichzeitig räumt er ein, dass die Bewirtschaftung wahrscheinlich nur punktuell und am Wochenende erfolgen könne.