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| 11:58 Uhr

Heuschrecken und Würmer als Häppchen
Gubener begeistert von Streetfood-Festival

 Uta und Sophia Grabovica (r. und l.) sowie Anna Dorf trauten sich beim Streetfood-Festival in Guben an frittierte Heuschrecken und Würmer heran. Am Ende schmeckte es ihnen gar nicht so schlecht.
Uta und Sophia Grabovica (r. und l.) sowie Anna Dorf trauten sich beim Streetfood-Festival in Guben an frittierte Heuschrecken und Würmer heran. Am Ende schmeckte es ihnen gar nicht so schlecht. FOTO: Ute Richter
Guben. Zum ersten Mal gastierte das Streetfood-Festival in Guben. An drei Tagen konnten an mehr als 50 Ständen Delikatessen aus aller Welt probiert werden. Darunter auch frittierte Heuschrecken und Würmer. Von Ute Richter

Es war durchaus der kulinarische Höhepunkt des Wochenendes: das 1. Streetfood-Festival eröffnete am Freitag seine Tore auf dem Gubener Kirchplatz. An drei Tagen konnten die Besucher an mehr als 50 Ständen Delikatessen aus aller Welt probieren und mit den Standbesitzern ins Gespräch kommen.

Von Beginn an schlenderten zahlreiche Gubener, Besucher aus dem Nachbarland Polen, aber auch aus dem benachbarten Landkreis Oder-Spree über den Platz und ließen sich die eine oder andere Kostprobe schmecken.

Die Angebote waren breit gefächert und führten die Besucher in viele Länder der Erde. Beispielsweise Indien, Äthopien, Kenia, Mexiko, Österreich, aber auch Regionen Deutschlands konnten kulinarisch bereist werden.

Breite Palette an Köstlichkeiten auf Gubener Streetfood-Festival

„Die Geschmäcker sind verschieden, deshalb wollen wir den Besuchern eine breite Palette an Köstlichkeiten anderer Länder bieten“, so Thomas Franzky, der für die Produktion beim Streetfood-Festival zuständig ist. „Wer kann schon von sich sagen, dass er mal Zebra, Krokodil, Lama oder Heuschrecken gegessen hat“, ergänzt er.

Und so konnten neben zahlreichen Burgervarianten auch unterschiedlichste Pfannen mit Mangold, Curry, roten Bohnen, aber auch Lachs in ganz außergewöhnlicher Zubereitung sowie Geflügel- und Schweinefleischgerichte probiert werden.

Außergewöhnlich war zweifelsohne auch der Stand mit frittierten Insekten. Uta Grabovica und Töchterchen Sophia aus Pinnow und Freundin Anna Dorf aus Guben trauten sich und kosteten ganz vorsichtig die frittierten Heuschrecken und Würmer.

Nach der ersten Überwindung schmeckte es ihnen dann gar nicht so schlecht. „Nussig schmecken die Würmer“, so die Mutigen. „Die Heuschrecke hat mir nicht so gut geschmeckt, aber die Würmer waren ganz gut“, so Tochter Sophia. Dass es in Guben mal so etwas zu erleben gibt, fanden die Drei übrigens sehr gut.

Streetfood-Festival-Besucher schwärmen von Veranstaltung

Und auch andere Food-Festival-Besucher schwärmten von diesem Wochenende. Das sei wirklich gut arrangiert. Die Stände rundherum und in der Mitte viele Sitzgelegenheiten. Der Kirchplatz biete sich wirklich an für solch eine Veranstaltung, sagten viele. Bis spät in den Abend saßen die Besucher bei angenehmer Livemusik und etlichen Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder.

Ein großer Renner an diesem Wochenende war sicherlich der Stand „Dragons Breath“ von zwei jungen Männern aus Aschersleben. Sie machten aus Maisbällchen und Stickstoff ein ganz besonderes Geschmackserlebnis. Vor allem bei den Kindern kamen die rauchenden Bällchen gut an.

Veranstalter von Streetfood-Festival loben die Stadt Guben

Die Veranstalter lobten indes die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Guben sowie die Infrastruktur auf dem Kirchplatz. „Das gibt es nicht so oft, dass Wasser und Strom so optimal anliegen wie hier“, schwärmt Thomas Franzky. Er erzählt, dass man sich Guben wegen seiner Grenzlage ganz bewusst ausgesucht habe, nachdem man in Frankfurt/Oder schon gute Erfahrungen damit gemacht hat.

Vor vier Jahren hat die Magdeburger Firma Street Art Event GmbH mit den Streetfood-Festivals begonnen. „So etwas gab es bis dahin nur im Süden Deutschlands. Mittlerweile sind wir das größte derartige Festival im Bundesgebiet“, berichtet Thomas Franzky vom Erfolg.

Viele Stammhändler haben sie bereits. Trotzdem ändern sich die Angebote von Standort zu Standort. „Hier brauchen wir keine polnischen Gerichte anbieten, das haben die Gubener jeden Tag vor der Haustür. Woanders ist polnische Küche sehr gefragt“, erzählt er.

2. Streetfood-Festival in Guben nicht ausgeschlossen

Franzky war am Samstagabend sehr zufrieden mit der Resonanz der Besucher. „Das ist ja hier eher eines der kleineren Festivals, aber es wird super angenommen. Vielleicht kommen wir mal wieder“, sagt er. Die Besucher waren auch sehr zufrieden, obwohl sich viele kleinere Portionen gewünscht hätten, um möglichst von vielem zu probieren.

Übrigens ist das Streetfood-Festival gleichzeitig ein nicht zu ganz unwichtiger Wirtschaftsfaktor, denn die Organisatoren und Standbetreiber nutzten Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten sowohl auf Gubener als auch auf Gubiner Seite.