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| 15:43 Uhr

Guben
Stadtpark: viele Wünsche, wenig Geld

Die Erneuerung der bestehenden Vogelvolieren an der Bethanienstraße ist ein Muss – aus Sicht der Abgeordneten.
Die Erneuerung der bestehenden Vogelvolieren an der Bethanienstraße ist ein Muss – aus Sicht der Abgeordneten. FOTO: Silke Halpick / LR
Guben. Gubener Abgeordnete beschließen abgespeckte Variante für Fördermittelantrag. Von Silke Halpick

Eine abgespeckte Version für die Neugestaltung des Gubener Stadtparkes haben die Abgeordneten in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen. Hintergrund sind die nur begrenzt zur Verfügung stehenden Fördermittel. Die Umsetzung des Gesamtkonzeptes kostet laut Planung rund zwei Millionen Euro.

„Vorzugsvariante“ steht ganz diplomatisch in der Beschlussfassung, der die Stadtverordneten jetzt zugestimmt haben. Damit kann die Stadt Guben ihren Antrag auf EU-Fördermittel stellen. Doch mit mehr als 750 000 Euro wird nicht gerechnet. Als „einen Anfang“ bezeichnet SPD-Fraktionschef Günter Quiel deshalb das aktuelle Projekt. Für die Neugestaltung des gesamten Parks rechnet er mit einem Zeitfenster von rund zehn Jahren. „Wir müssen versuchen, weitere Fördermittel zu finden“, betont er.

Nach den Vorstellungen des Cottbuser Architekturbüros Engelmann, das mit der Planung beauftragt wurde, soll der Park in verschiedene Zonen gegliedert werden. Dazu gehören ein Fitness-Hain, Kinderspiel- und Gruppenspielbereiche im Osten, erreichbar vom Zugang an der Deulowitzer Straße. Es folgen ein botanischer Saum, eine Picknickwiese, ein Land- und Kulturraum in der Mitte sowie ein Naturschutzbereich im Westen.  

Als ein „Muss“ bezeichnet Carola Huhold, Fachbereichsleiterin für Stadtentwicklung, die Vogelvolieren entlang der Bethanienstraße. Diese sind auch bei den Gubenern sehr beliebt. Die fünf umgebauten ostdeutsche Gartenlauben sollen definitiv instand gesetzt werden. Dafür wird mit Kosten von fast 120 000 Euro gerechnet. Die Betreuung der Tiere können ortsansässige Vereine übernehmen, wie Quiel betont.

In der Vorzugsvariante enthalten ist auch der Spielplatz, der hauptsächlich aus einem „Sandmeer mit integrierten Findlingen“ bestehen soll. Eine möglichst naturnahe Gestaltung hatten sich auch die Gubener im Rahmen der Bürgerversammlung gewünscht. Fast 70 000 Euro werden dafür eingeplant. Quiel fordert einen Zaun, um den Bereich nachts vor Vandalismus schützen zu können.

Abstriche machen die Gubener hingegen bei der Gestaltung der Wege und Vegetationsflächen. Hier soll im Rahmen eines ersten Bauabschnittes nur ein Drittel aller vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden. Das allein kostet schon rund 330 000 Euro.

Handlungsbedarf sieht das Architekturbüro bei der Baumpflege. Rund 15 Prozent und damit 200 Bäume entsprechen nicht mehr den Anforderungen an die Verkehrssicherungspflicht, stehen an unvorteilhaften Orten oder haben ein „jämmerliches“ Erscheinungsbild, heißt es.

„Erneuerungsbedürftig“ sei aber auch das Wegesystem. „Alle Wege sind ruiniert, weil sie alt sind“, sagt Architekt Hagen Engelmann. Er plädiert für eine abschnittsweise Erneuerung. „Es hat keinen Sinn, erst alle Wege zu machen und anschließend mit schwerer Technik für die Baumarbeiten wieder rüberzufahren“, erklärt er.

In die Ausstattung des Parks mit Bänken, Skulpturen und einem botanischen Lehrpfad will die Stadt 40 000 Euro investieren. Der südliche Parksaum mit seinen besonderen Gehölzen gilt dafür als geeignet.