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| 12:59 Uhr

Gesellschaft
Gubener Seniorenverband steht vor der Auflösung

Einen Dankeschön-Orden gibt es für die Vorstandsmitglieder des Gubener Ortsverbandes auf dem Sommerfest.
Einen Dankeschön-Orden gibt es für die Vorstandsmitglieder des Gubener Ortsverbandes auf dem Sommerfest. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. Geplant ist aber schon der Neuanfang als eigene Ortsgruppe unter dem Dach der Volkssolidarität. Von Silke Halpick

Das Einzige, was sie nicht vermissen wird, ist das Reden halten, sagt Christine Großer. Auch vor ihrer letzten Ansprache als Vorsitzende des Gubener Ortsverbandes des Brandenburgischen Seniorenverbandes ist sie aufgeregt. Am Ende meistert sie die Hausforderung mit Bravour und bekommt sogar die Ehrennadel der Stufe 2 verliehen.

Erst zwei Jahre ist es her, als der Gubener Ortsverband sein 25-jähriges Bestehen feierte. Nun steht er vor dem Aus. Der Grund: Der Brandenburgische Seniorenverband löst sich Ende 2018 auf. Das hat auch direkte Auswirkungen auf alle noch existierende 40 Ortsverbände im Land Brandenburg. Auch ihnen wird damit die rechtliche Existenzgrundlage entzogen.

Was fehlt, sind Mitglieder für den Landesvorstand. Problematisch ist die Besetzung schon seit einigen Jahren. „Es gibt zu viele Indianer und zu wenig Häuptlinge“, sagt Ralf Lustig vom Landesvorstand. Das heißt: An den Veranstaltungen des Seniorenverbandes nehmen zwar viele Mitglieder begeistert teil, doch Verantwortung wolle kaum noch einer übernehmen.

Das Sommerfest im Gubener Volkshaus ist auch das letzte gemeinsame Treffen des Gubener Ortsverbandes. Doch es soll weitergehen, wie Großer ankündigt. Geplant ist nun der Beitritt zur Volkssolidarität und die Gründung einer eigenen Ortsgruppe unter dem Namen „Herbstsonne“. Andere Ortsverbände wie der in Frankfurt (Oder) machen sich jetzt eigenständig. „Doch das ist nicht einfach“, betont Lustig. Als Ortsverbandschef müsse er sich nun mit viel Behördenkram rumschlagen.

„Fantastisch“ findet Ines Rauer, Geschäftsführer der Volkssolidarität Spree-Neiße, die Idee des Beitrittes. Der Kreisverband hat insgesamt 50 Ortsgruppen und aktuell 1907 Mitglieder, noch ohne die potenziellen Neulinge aus der Neißestadt. Das Verbandsgebiet erstreckt sich von Guben über Forst und das Cottbuser Umland. Spremberg gehört schon nicht mehr dazu, erklärt Rauer.

Schwierigkeiten bei der Besetzung von Vorstandsposten sind auch der Volkssolidarität nicht unbekannt. „Das gibt es in allen Bereichen“, sagt die Geschäftsführerin. Der Anteil an hochbetagten Senioren in den Ortsgruppen steige stetig an. Unterstützt werde die Vorstandsarbeit hier aber auch durch hauptamtliche Mitarbeiter der Volkssolidarität, wie sie sagt.

Alle Mitglieder zahlen einen Mitgliedsbeitrag in Höhe von drei Euro pro Monat. Die Hälfte davon geht direkt an den jeweiligen Ortsverband, 20 bis 30 Prozent fließen an den Landes- und Bundesverband. Der Kreisverband Spree-Neiße kann über 30 Prozent des Geldes verfügen. „Bei unserer Arbeit sind wir immer auch auf Unterstützung der Kommunen und des Landkreises angewiesen“, betont Rauer.