Es war Anfang November, als Familie F. einen Brief erhielt, der ganz oben den deutschlandweit bekannten Slogan "Schon BEZahlt? Danke" enthielt und damit den Eindruck erweckte, dass die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) der Absender sei. Da die GEZ sonst immer nur Gebühren einziehe, habe sie sich nun entschlossen, auch einmal etwas zurückzugeben und habe mit Unterstützung von Sponsoren eine Verlosung organisiert, hieß es in dem Schreiben. Der Knüller: Unter den Gewinnern von insgesamt 50 dritten Preisen in Höhe von je 350 Euro war auch Frau F.
Da es gleich mehrere Preisträger im Ort gegeben habe, schicke man einen Mitarbeiter nach Guben, um bei einer kleinen Feier den Scheck persönlich zu übergeben. Daneben gebe es noch einen prall gefüllten Präsentkorb, für den Ehepartner eine kostbare Prämie im Wert von 79 Euro und für alle, die mit dem eigenen Pkw anreisen, eine Anfahrtskostenpauschale von 20 Euro.
Das wollte sich das Ehepaar F. nicht entgehen lassen, setzte sich am 14. November ins Auto und fuhr zum Veranstaltungsort. Dort erwartete sie und die anderen Gewinner "Jörg", nach eigenen Angaben "ein Juniorpartner von RTL". Die Show, die "Jörg" dann abzog, war "raffiniert gemacht", wie Hans-Dieter F. einschätzt. "Wir haben uns von ihm regelrecht einlullen lassen." Zwar hatte "Jörg" keine Präsentkörbe und kostbaren Prämien bei sich, sondern nur einen offensichtlich wertlosen Scheck über 350 Euro, die die Gewinner auf "einer unserer angebotenen Reisen anrechnen" können. Trotzdem nahm Ehepaar F. etwas mit: Einen Kaufvertrag über zwei Mineralstoff-Therapie-Matratzen und drei Paar Einlegesohlen. 80 Euro wurden sofort angezahlt. Dann fuhr das Ehepaar auf dem Heimweg am Geldautomaten vorbei, um für die am Nachmittag folgende Lieferung der Ware ger& uuml;stet zu sein. Die erfolgte pünktlich, und Hans-Dieter F. und seine Frau zahlten noch einmal 1130 Euro - insgesamt also 1210 Euro. So wie sie hatten sich übrigens 14 der 25 angeblichen Gewinner für einen Kauf entschieden.
Erst am Abend wurde den beiden Rentnern klar, dass sie da wohl eine Dummheit begangen hatten - zu spät. Denn auf dem Gewinn-Schreiben wie auch auf der Quittung für die Ware fand sich natürlich kein Hinweis, wie wohl die Firma zu erreichen ist, für die "Jörg" arbeitet. Auch eine Nachfrage in der Gaststätte half nicht weiter. "Die hätten keine Information über das Unternehmen", sagt Hans-Dieter F, dessen Chancen, vom Rückgaberecht Gebrauch zu machen, wohl bei 0 liegen.
Auch die Verbraucherschutzzentrale, die F. anrief, konnte ihm nicht helfen. "Wir seien da auf Leute der übelsten Sorte hereingefallen." Eine Anzeige bei der Polizei gegen unbekannt dürfte ebenfalls erfolglos bleiben. Hans-Dieter F. ist daher klar, dass die 1210 Euro futsch sind. "Ich fühle mich wie ein Depp und könnte heulen." Die gekauften Matratzen hat er übrigens noch nicht ausgepackt.