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Gubener Pomologen setzen auf alte Obstsorten

Mathias Berndt, Günter Quiel und Günter Lohse (v. l.) präsentieren Publikationen der Pomologischen Gesellschaft.
Mathias Berndt, Günter Quiel und Günter Lohse (v. l.) präsentieren Publikationen der Pomologischen Gesellschaft. FOTO: S. Halpick
Guben. Alte Obstsorten vor dem Aussterben zu bewahren und die traditionellen Anbautechniken an die jüngere Generation weiterzugeben – das ist das ehrgeizige Ziel der Pomologischen Gesellschaft zu Guben. Am gestrigen Mittwoch feierten die sieben Vereinsmitglieder gemeinsam mit Gästen den zehnten Geburtstag ihrer Wiedergründung. sha

"Wir sind zu wenig", stellte Uwe Schulz, der zu den Gründungsmitgliedern der Gesellschaft gehört, selbstkritisch fest. Er bedauert, dass es dem Verein nicht gelungen sei, die jüngere Generation zu begeistern. "Wir müssen unser Anliegen einfacher erklären und das Thema besser platzieren", betonte er. Deshalb will die Pomologische Gesellschaft, die auf eine mehr als 200-jährige Tradition zurückblicken kann, wieder verstärkt "an die Schulen gehen", wie es heißt.

Gegründet wurde die Gesellschaft ursprünglich schon im Jahr 1805. Damals wurden in Guben mit Erfolg Obstsorten gezüchtet, die den Witterungsbedingungen in der Region angepasst waren. "Die Baumblüte in Guben war legendär", erzählte Günter Lohse. Touristen aus Berlin seien mit Sonderzügen in die Neißestadt gefahren. Der Zweite Weltkrieg setzte dem ein Ende.

Wieder ins Leben gerufen, wurde die Pomologische Gesellschaft im Jahr 2005. In einem Schaugarten sind bisher 26 Bäume gepflanzt worden, die mit alten Apfel- und Kirschsorten veredelt sind. "Drei bis vier Sorten wachsen an jedem Baum", sagte Lohse.

Der Apfeltag der Pomologen wurde mittlerweile mit dem Appelfest der Stadt zusammengelegt. Dann gibt es auch Beratungen, Vorträge und Vorführungen der Experten.