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Gubener Lobby kippt Förderschul-Beschluss

Guben.. Die Zukunft der Allgemeinen Förderschulen Guben und Groß Schacksdorf bleibt weiter unklar. Der Vorschlag der Kreisverwaltung, die ehemalige Grundschule am Pestalozzi-Platz in Forst zu nutzen, wurde mit einer knappen Mehrheit von 20 Ja- zu 19 Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen abgelehnt. Thoralf Schirmer/red

Ein alternativer Beschluss kam nicht zustande.
Zuvor hatte Frank Berno (CDU) die Vor- und Nachteile von vier zur Auswahl stehenden Förderschulstandorten abgewogen, die eine Arbeitsgruppe des Bildungsausschusses zusammengetragen hatte. Dabei schienen die Schule in Groß Schacksdorf (zwar im Grünen, mit Turnhalle und Sportanlagen auf dem Gelände, aber zu dezentral und mit sanierungsbedürftigem Abwassersystem) sowie das von Guben angebotene Gebäude der Europaschule (gemessen an den Schülerzahlen zu groß und betriebskostenaufwändig) schnell aus dem Rennen zu sein.
Für den Schulstandort in Forst spreche sicher die Nähe zur Stadt, doch müsse man berücksichtigen, dass in der Anfangszeit ein Mangel an drei Räumen entstehen werde. Zudem seien nötige Funktionsräume noch nicht hergerichtet. Kurz: Auch am Standort Forst bestehe Investitionsbedarf.
Am bisherigen Gubener Förderschulstandort an der Ahornstraße seien sowohl die Funktionsräume als auch eine ausreichende Anzahl Klassenräume vorhanden. Die Lage sei ebenfalls zentral. Die Bewirtschaftungskosten bewegten sich eher in einer mittleren Position.
Im Laufe von Bernos Vortrag wurde schon die CDU-Mehrheitsmeinung erkennbar, die sich auf die Seite des Gubener Standortes geschlagen hatte.
Sie blieb auch dabei, als Andreas Petzold für die SPD-Fraktion und Jürgen Türk für die FDP erklärten, dass Forst - zentraler zwischen Guben und Schacksdorf und näher zum Cottbuser Norden gelegen - die besseren Chancen biete, auf Dauer die nötigen Schülerzahlen für den Bestand eines zweiten Förderschulstandortes neben Spremberg zu sichern. Denn müssten Eltern aus dem südlichen Forster Bereich zwischen Guben und Spremberg wählen, würden sie vermutlich eher nach Spremberg oder Cottbus abwandern.
Das sei rein spekulativ, widersprach Frank Berno. Und auch Dr. Dietmar Rittel (GUB/SPN) hatte Bedenken: „Wir stehen vor einer Kalamität. Wie wir auch entscheiden. Es geht etwas verloren. Und ich prophezeie eines: Wenn wir einen Schulstandort schließen, dann werden Eltern dort natürlich für ihr Kind die Einzelintegration in einer Schule vor Ort wählen.“