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| 16:27 Uhr

Deutsches Kindergarten-Gütesiegel
Messbare Kita-Qualität

 Glückwunsch: Linda Richter (l.) konnte dem Kita-Team um Leiterin Sylvia Nugel (2.v.l.) das Deutsche Kindergarten-Gütesiegel überreichen.
Glückwunsch: Linda Richter (l.) konnte dem Kita-Team um Leiterin Sylvia Nugel (2.v.l.) das Deutsche Kindergarten-Gütesiegel überreichen. FOTO: LR / Daniel Schauff
Ein Gütesiegel soll zeigen, wie gut eine Kita ist. Die Kita Waldhaus ist demnach ziemlich gut.

Mit gut oder schlecht ist es nicht getan. Bei Weitem nicht.

Rund zwei Stunden lang referiert am Montagabend Linda Richter. Sie ist Kindheitspädagogin, hat selbst mal eine Kita geleitet, arbeitet jetzt für Educert und hatte vor allem gute Nachrichten für das Team von der Gubener Kita Waldhaus in der Goethestraße im Gepäck.

Educert ist ein Berliner Unternehmen, eng gekoppelt an die Freie Universität Berlin. Eine der Aufgaben des Unternehmens ist die deutschlandweite Zertifizierung von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegeeinrichtungen. Wer von Educert gute Noten erhält, kann sich künftig mit dem Deutschen Kindergarten-Gütesiegel schmücken. Das hängt nun auch an der Tür der Kita Waldhaus. Erneut. Die Einrichtung trägt das Gütesiegel bereits, ist gerade frisch rezertifiziert worden.

Aufregende Beobachtung

Zwei Stunden – und das ist nur der Teil, in dem die Educert-Mitarbeiterin mit dem gesamten Team spricht. Einzelgespräche gab es bereits zuvor, ebenso einen Beobachtungstag. Am 15. März war der und aufregend für das Kita-Team, wie Leiterin Sylvia Nugel sagt. Immerhin wurde dabei ihren Kolleginnen ganz genau auf die Finger geschaut, von Experten. Wie sieht es mit dem Händewaschen vor und nach den Mahlzeiten aus? Wie viel Abstand haben die Schlafmöglichkeiten für die Kinder? Wie reagieren die Erzieherinnen, wenn ein Kind Hilfe braucht?

Vier Qualitätsbereiche nehmen die Mitarbeiter von Educert in den Fokus, wenn sie die Qualität einer Kindertageseinrichtung bewerten. Hinter den Begriffen Orientierungs-, Struktur- und Prozessqualität und Familienbezug verbergen sich Fragen nach der pädagogischen Konzeption der Einrichtung, die Gruppengröße, die Einrichtung, der Kontakt zur Familie der Kinder. Die Bewertung, erklärt Linda Richter, folge klaren Vorgaben, so dass sich – egal wer das Zertifizierungssystem vor Ort durchführt – die Ergebnisse von verschiedenen Gutachtern kaum unterscheiden könnten.

„Sehr schwierig zu erreichen“

Das zeigen auch die Ergebnisse für die Kita Waldhaus. Zwei Gutachter haben fast exakt die gleichen Resultate geliefert, und die können sich im Fall der Kita des Kreisverbands Niederlausitz des Deutschen Roten Kreuz durchaus sehen lassen. In fast allen Bereichen erreicht die Kita mindestens die Stufe fünf. Sieben Qualitätsstufen gibt es – und die siebte zu erreichen, betont die Educert-Expertin, sei „sehr schwierig“. Die Kita Waldhaus erreicht in einigen Punkten trotzdem die höchstmögliche Bewertung. „Wirklich ein sehr sehr gutes Ergebnis“, sagt Linda Richter. Vor allem dann, wenn man die Ergebnisse mit denen der vorherigen Zertifizierung vergleicht.

Ein ausgeklügeltes Gewichtungs- und Berechnungssystem gießt die lange Liste von Beobachtungsergenissen in eine Zahl. Erreicht eine Einrichtung mindestens eine Drei, bekommt sie das Gütesiegel. Bei der letzten Zertifizierung der Kita Waldhaus erreichte die Einrichtung einen Wert knapp über der Drei, konnte sich also „gerade so“ über das Gütesiegel freuen.

Bei der neuen Zertifizierung lag der Wert weit über der Fünf. Das, sagt Linda Richter, sei ein Zeichen dafür, wie sehr das Team in den letzten Jahren an Verbesserungen gearbeitet hat.

Ratschläge gehören zum Paket

Luft nach oben, das wird auch am Montagabend in der Goethestraße deutlich, gibt es in fast jeder Kita. Wo die ist, ist ebenfalls Teil der Educert-Auswertung und Grund dafür, dass sich viele Kita-Träger für eine Zertifizierung entscheiden. Offenbar ist die Luft nach oben bei der Kita Waldhaus allerdings weniger geworden.

Für die Teilnahme an der Zertifizierung mit den Deutschen Kindergarten-Gütesiegel sind viele Träger auch bereit zu zahlen. Eine Zertifizierung kostet je nach Größe der Einrichtung zwischen 2000 Euro (bei eingruppigen Einrichtungen) und 6800 Euro (bei 13- bis 14-gruppigen Einrichtungen).