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Gubener Hüte zum Anfassen und Aufprobieren

Museumsmitarbeiterin Carolin Tilch erklärt Philipp Böhme die Maschine, mit der einst die bekannten Vigu-Hüte produziert wurden. Nur drei Minuten dauerte die Herstellung eines Exemplars.
Museumsmitarbeiterin Carolin Tilch erklärt Philipp Böhme die Maschine, mit der einst die bekannten Vigu-Hüte produziert wurden. Nur drei Minuten dauerte die Herstellung eines Exemplars. FOTO: Silke Halpick
Guben. Ob Zylinder, Melone, Jagd- oder Vigu-Hut – der zehnjährige Philipp Böhmer aus Potsdam hat sie gestern alle aufprobiert. Das Stadt- und Industriemuseum hat eine auf Ferienkinder zugeschnittene Reise durch die Geschichte des Hutes zusammengestellt.

Doch nur ein Interessent kam.

"Schade", sagt auch Museumsleiterin Heike Rochlitz. Ihre Einrichtung bietet seit Jahren in den Sommerferien Aktionen an. In diesem Jahr drei. Der Taubendorfer Maler Manfred Ebersbach zog mit seiner praxisnahen Vorführung noch eine Handvoll Interessenten an, doch die Museumsrallye musste aufgrund mangelnder Beteiligung ausfallen. "Wir wissen nicht, woran es liegt", sagt Rochlitz.

Philipp Böhmer, der zurzeit bei seiner Oma in Guben ist, fand die Ausführungen von Museumsmitarbeiterin Carolin Tilch jedenfalls "voll spannend". Sein Favorit war der wetterfeste Wollfilzhut, mit dessen Erfindung einst auch Karl Gottlob Wilke den Grundstein für die Gubener Hutdynastie legte. "Nicht schlecht" fand er auch den Vigu-Hut, der zu DDR-Zeiten aus PVC hergestellt und sogar von Staatsmännern wie Erich Honecker getragen wurde.

"Noch 1988 wurden in Guben jährlich 1,2 Millionen Hüte hergestellt", erzählt Tilch. Das ist lang eher. Heute sind in den ehemaligen Fabrikhallen beispielsweise das Museum, die Stadtverwaltung und das Plastinarium untergebracht.