ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:34 Uhr

Große Spendenbereitschaft für Giftopfer in Nepal
Namasté – Dank aus Nepal

 Nach einer Pilzvergiftung ist der Vater der Familie (r.) der einzige, der überlebte. Seine Tochter und zwei seiner Söhne hat er durch die Vergiftung verloren. Trotzdem sendet er Dank für die Hlife – ohne sie wäre auch er verstorben.
Nach einer Pilzvergiftung ist der Vater der Familie (r.) der einzige, der überlebte. Seine Tochter und zwei seiner Söhne hat er durch die Vergiftung verloren. Trotzdem sendet er Dank für die Hlife – ohne sie wäre auch er verstorben. FOTO: Lischa Himalaya
Kathmandu/Guben. Gubener Hilfsorganisation sammelt Spenden für eine vergiftete Familie. Nicht alle überleben. Von Daniel Schauff

Bunjimaya hat gekocht. Wie so oft. Ihr großer Bruder hat Pilze gesammelt. Ein Curry macht Bunjimaya daraus. Doch was sie da zubereitet ist hoch giftig. So giftig, dass Bunjimaya kurz nach dem Essen verstirbt. Ihr Vater und zwei ihrer Brüder erkranken schwer, brauchen dringend Hilfe.

Bunjimaya lebt in einem abgelegenen Dorf in Nepal. Das Leben dort ist einfach und ärmlich. Die notwendige medizinische Behandlung für Bunjimayas Brüder und ihren Vater ist teuer – viel zu teuer für die Familie.

Seit rund sechs Jahren war Bujimaya eins der Patenmädchen der Gubener Hilfsorganisation Lischa Himalaya von Steffen Schöley und Daniela Jährig aus Guben. Sie beschließen einen Spendenaufruf für die schwer kranken Familienmitglieder von Bunjimaya. 1000 Euro waren kurz nach dem Hilferuf aus Nepal bereits an Krankenhauskosten zusammengekommen, dazu kamen 2100 Euro für den Helikopterflug ins Hospital. Ein vergleichsweise geringer Preis, sagt Daniela Jährig heute. Als Hilfsorganisation konnte Lischa Himalaya einen Sonderpreis aushandeln. Ein Krankentransport aus den Bergen in die Stadt auf vier Rädern wäre unmöglich gewesen.

Die folgenden zwei Wochen werden zu einer Belastungsprobe für die Familie und für die Mitarbeiter von Lischa Himalaya. Während sich der Vater langsam aber stetig erholt, bleibt der Zustand der beiden Brüder Badra Lal und Som Singh kritisch. Badra Lal muss schließlich an die Dialyse angeschlossen werden – seine Nieren hatten aufgehört zu arbeiten und seine Blutwerte hatten sich dramatisch verschlechtert. Am 5. Juli verstirbt Badra Lal am späten Abend an den Folgen der Vergiftung.

Gleichzeitig ist der kleine Som Singh nach harten Tagen des Überlebenskampfes auf dem Wege der Besserung. Er öffnete – noch immer angeschlossen an schwere Geräte – sogar die Augen. Hoffnung für die Familie und die Helfer, die sich jedoch innerhalb kurzer Zeit wieder zerschlagen sollte. Der kleine Som Singh verliert den Kampf gegen die Vergiftung und verstirbt schließlich im Krankenhaus.

Einzig der Vater, Deep Bahadur, kann nach einigen Tagen die Intensivstation, bald auch das Krankenhaus verlassen. Er ist der einzige, der die Vergiftung überlebt hat und zurück zu seiner Frau und seinem mittleren Sohn Chhatra. Vieles hat sich für die Familie innerhalb von nur 14 Tagen dramatisch verändert. Drei Kinder mussten auf tragische Weise ihr Leben lassen.

Dass überhaupt für sie gekämpft werden konnte und dass Deep Bahandur wohlbehalten zu seiner Familie zurückkehren konnte, sei auch den vielen Spendern zu verdanken, die allein für die erkrankte Familie bisher 21 450 Euro gegeben haben. Eine Zahl, die Daniela Jährig von Lischa Himalaya als „unglaublich“ bezeichnet. „Für uns einmal mehr ein Beweis, dass viele Menschen ein offenes Herz haben, und wenn sie fühlen, dass die Organisation vertrauenswürdig ist, auch mit einer großen Bereitschaft kommen“, schreibt sie in einer Nachricht an die RUNDSCHAU. Die hatte vor rund zwei Wochen erstmals von dem tragischen Fall der Familie aus Nepal berichtet.

Für die kleiner gewordene Familie gilt es nun, den Verdienstausfall des Vaters und des älteren Bruders aufzuholen. Mit den Spendengeldern sorgt Lischa Himalaya mindestens in den nächsten drei Monaten unter anderem Lebensmittel und Kleidung. Außerdem reicht das Geld für die notwendigen medizinischen Nachuntersuchungen, schreibt die Organisation bei Facebook. Auch die bereits angefallenen Kosten für Hubschrauberflug und Intensivbehandlung deckt das Geld aus den Spendeneinnahmen, heißt es dort weiter.

Gerade in abgelegenen Gebieten wie Dhirang, wo Bunjimayas Familie lebt, ist medizinische Versorgung ein Kraftakt. Allein in den letzten vier Wochen mussten drei Kinder aus der Projektregion von Lischa Himalaya in Krankenhäuser gebracht werden. Hilfe bei der Finanzierung der teuren Versorgung kommt aus dem Gesundheitsfonds der Hilfsorganisation. So konnte den Kindern – eins mit kompliziert gebrochenem Bein und zwei mit Folgen eines Blitzeinschlages – bereits geholfen werden. Sie seien auf dem Wege der Besserung, berichtet die Organisation aus Nepal.

Infos: www.lischa-himalaya.org