Von Thomas Engelhardt

Die Hellebarden sind schon fertig, die dazugehörigen Schilde müssen nur noch die passende Farbe erhalten. Und der Esel befindet sich vorerst noch im Rohbau. Er besteht aktuell aus einigen Drahtgeflechten und Kartons. Robert Beckert ist gerade dabei, aus einem weiteren Drahtgeflecht ein Bein zu formen.

Ja, es wird in diesen Tagen fleißig gebastelt bei der Gubener Heilsarmee im Brandenburgischen Ring. Denn die Vorbereitungen auf den zweiten „Ostergarten“ laufen auf Hochtouren. Mit ihm will die Heilsarmee allen Besuchern die biblische Ostergeschichte näherbringen, sie ein gutes Stück weit erlebbar machen. „Unsere Besucher werden die Geschichte um Jesus mit fast allen Sinnen nachempfinden können, außer dem Riechen vielleicht“, verrät Wencke Wanke, die Leiterin der Einrichtung. Sie sagt: „So wie es Tradition ist, dass die Leute zu Weihnachten die Kirche besuchen, wäre es schön, wenn es eine Tradition wird, dass sie zu Ostern zur Heilsarmee kommen und unseren ,Ostergarten’ besuchen.“

Der Anfang für diese Tradition wurde im Vorjahr gemacht. Zwischen 200 und 250 Besucher waren in den insgesamt vier Tagen zu Gast, um die Geschichte von Kreuzigung und Auferstehung zu erleben. „Gern hätten uns auch Schulklassen besucht, aber der Zeitraum für den ,Ostergarten’ lag genau in den Ferien. Deshalb wird der ,Ostergarten’ in diesem Jahr auch länger öffnen, und zwar vom 9. bis 21. April“, erklärt Wencke Wanke. Erste Anmeldungen aus Schulen gibt es bereits.

Die Besucher erwartet eine etwa 45- bis 60-minütige Führung durch das Haus im Brandenburgischen Ring – das aber sein Aussehen  so verändern wird, dass man die einzelnen Räume nicht wiedererkennt. Stoffe werden an den Wänden herabhängen und so Fenster verhüllen. Aus zahlreichen Requisiten entstehen die einzelnen Stationen, unter anderem der Marktplatz von Jerusalem, den Jesus auf einem Esel erreicht, die Tafel, an der Jesus mit den Aposteln sein letztes Mahl einnahm, aber auch eine Gefängniszelle.

Damit die Besucher die Geschichte auch wirklich nachempfinden können, können sie beispielsweise bei jenem letzten Mahl mit Jesus am Tisch sitzen und essen und Traubensaft trinken. Der Raum, in dem von der Kreuzigung erzählt wird, wird extra nicht geheizt, damit die Besucher ein wenig von der Kälte nachempfinden können, die Jesus auf dem Berg Golgatha erlebt haben könnte. In diesem Raum kann der Gast Jesus sogar hören, wenn er „Vater, vergib ihnen!“ sagt, so wie in der Gefängniszelle Kettenrasseln zu hören ist. Der Abschnitt der Führung, die ins Gefängnis führt, wird bei Kindern übrigens weggelassen. Ganz zum Schluss begegnen die Besucher schließlich dem auferstandenen Jesus.

Am Ende soll es auch wieder eine Möglichkeit geben, auf einer Wand seine Eindrücke über das Erlebte aufzuschreiben. „Im vorigen Jahr war die Resonanz ausschließlich positiv“, freut sich Wencke Wanke. Sie hofft, dass der „Ostergarten“ in Zukunft Jahr für Jahr mit weiteren Details angereichert werden kann – auch mit Requisiten, die teilweise von der Evangelischen Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt werden.