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| 02:37 Uhr

Gubener Geldgeschichten

An der Grünen Wiesenstraße stand die erste Sparkasse Gubens.
An der Grünen Wiesenstraße stand die erste Sparkasse Gubens. FOTO: Sammlung Gunia/ggg1
Guben. Die Ausstellung zum Geld im Gubener Stadt- und Industriemuseum wird am heutigen Freitag vor allem für Kinder aktuell. Parallel gibt es eine Aktion zum Weltspartag. Wobei sparen nicht immer in größeren Maßstab möglich war. Gerhard Gunia / ggg1

Sparkassen und Banken sind aus dem öffentlichen Raum nicht mehr wegzudenken. Als Geldinstitute regulieren sie maßgeblich unser wirtschaftliches Leben. Unzählige Münzprägungen (Taler, Groschen, Pfennig) hat es im Lauf der Jahrhunderte gegeben, so auch in Guben als Münzstätte im 18. Jahrhundert (B. Pilz, Heimatkalender 1992). Erst infolge der Reichsgründung von 1871 wurde (zugleich mit dem Papiergeld) eine einheitliche Währung in Form der Reichsmarkt eingeführt. Im Jahre 1948 erfolgte dann in den vier Besatzungszonen die Ablösung der Reichsmark durch die D-Mark beziehungsweise Mark der Deutschen Notenbank in der Ostzone.

Sparkassen gründeten sich im 19. Jahrhundert, in Guben 1882 am Standort Grüne Wiesenstraße, danach verlegt in das neue Stadthaus, Ecke Klosterstraße. Als "Bank der kleinen Leute" bezeichnet, dürften die Einlagen der Gubener Einwohner (wenn überhaupt) nicht sehr hoch gewesen sein, betrachtet man die Einkommen der damaligen Arbeiterschaft und anderer Schichten (Heimatkalender 1998, S. 132). Banken und die Kreissparkasse folgten. 1930 war in der Grünen Wiese 8 der moderne Klinkerbau des Dresdner Architekten Max-Hans Kühne entstanden (heute ul. Piastowska, Gubin). Nach 1945 gab es mehrere Filialen, bis dann 2001 das formschöne Direktionsgebäude an der Cottbuser Straße eingeweiht werden konnte.

All die genannten Tatsachen vermittelt in einprägsamer Form die aktuelle Sonderausstellung im Stadt- und Industriemuseum, ein maßgeblicher Verdienst von Leiterin Heike Rochlitz, die anhand der Fachliteratur die recht komplizierten Vorgänge aufbereitet hat. Zugleich sind durch Leihgaben interessante Exponate zu betrachten: Banknoten aller Art, Notgeld der Inflationszeit, Spar- und Rechnungsbürger, Fotos und mehrere mechanische Kassen, wie sie früher in den Geschäften zu finden waren.

Zugleich mit der Ausstellung "Ende und Anfang" zum Gedenken an das Kriegsende 1945 kann die aktuelle Sonderausstellung, die es zu dieser Thematik hier noch nicht gegeben hat, als ein kleiner Glanzpunkt in der Gubener Museumsarbeit gelten.

Zum Thema:
Anlässlich des Weltspartages und im Rahmen der heute endenden aktuellen Sonderausstellung "Groschen, Taler, Pfennig & Co"gestalten am Freitag, 30. Oktober, unter dem Motto "Weltspartag im Museum" die Sparkasse Spree-Neiße und das Stadt- und Industriemuseum ein gemeinsames Programm. Dabei steht zunächst der Vormittag für angemeldete Kitaeinrichtungen zur Verfügung. Von 12 bis 17 Uhr haben alle Besucher die Möglichkeit, sich die Sonderausstellung Groschen, Taler, Pfennig & Co anzuschauen und die vorbereiteten musealen Angebote zu nutzen. Von 14 bis 16 Uhr verkaufen Schüler des Pestalozzi-Gymnasiums im ehemaligen Hut-Café ihren selbst gebackenen Kuchen. Zusätzlich gibt es natürlich auch Kaffee und Tee. An diesem Tag zahlen Erwachsene einen Sondereintrittspreis von 1,50 Euro. Kinder haben freien Eintritt. Am 31. Oktober ist das Museum geschlossen.