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Gubener Fundbüro schafft Platz für Neues

Karin Glöckner zeigt die Schlüsselkiste des Fundbüros.
Karin Glöckner zeigt die Schlüsselkiste des Fundbüros. FOTO: lho
Guben. Das Servicecenter der Stadt ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Suchende und Finder. Dort sammeln sich verlorene Gegenstände aus der ganzen Stadt. Was nicht abgeholt wurde, das kann heute von den Gubenern ersteigert werden. red/lho

"Im Moment ist unsere Garage mit 40 Fahrrädern voll", erzählt Karin Glöckner. Sie ist eine der Mitarbeiterinnen der Stadt, die sich um das Fundbüro kümmert. Um wieder Platz für Neues zu schaffen, werden am heutigen Mittwoch um 15 Uhr bei der Garage Nord neben der Alten Färberei Fundsachen versteigert. Gleich für 30 Fahrräder werden dann neue Besitzer gesucht, außerdem kommen auch Handys und Damenarmbanduhren unter den Hammer.

Wenn eine Fundsache abgegeben wird, dann muss sie ein halbes Jahr im Fundbüro aufbewahrt werden, damit der Besitzer sie gegebenenfalls abholen kann. Erst danach kann sie versteigert werden. Viele der Fahrräder werden auch von der Polizei ins Fundbüro gebracht. "Vorher muss die Staatsanwaltschaft sie dafür freigegeben haben", erzählt die Mitarbeiter. Schon ab fünf Euro waren bei vergangenen Versteigerungen Fahrräder zu haben. Räder, die noch top in Schuss sind und für die sich gleich mehrere Bieter interessieren, können bei einer Auktion aber auch noch mehr als 100 Euro einbringen. Das Geld, das eingenommen wird, fließt in den Haushalt der Stadt ein. "Aber erst nach drei Jahren, um sicherzugehen, dass niemand mehr Ansprüche anmeldet", erzählt Karin Glöckner.

Außer Fahrrädern finden sich auch Schlüssel, Brieftaschen Handys und andere Gegenstände im Fundbüro an. Pro Jahr sind es etwa 80 Fundstücke, die im Servicezentrum der Stadt abgegeben werden. Rund 25 Prozent davon werden später von ihren rechtmäßigen Besitzern wieder abgeholt. "Einmal wurde hier sogar eine richtig lange Leiter abgegeben", schmunzelt die Mitarbeiterin. Ihr Besitzer hat sie sich nicht zurückgeholt. Sie ist jetzt beim Hausmeister in Gebrauch. Auch ein 50-Euro-Schein wurde schon abgegeben. Der Finder durfte ihn, nach der Wartezeit, wieder abholen. Der ehemalige Besitzer hatte wohl nicht an einen ehrlichen Finder geglaubt.