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| 14:12 Uhr

Der erste Sprung ins kalte Nass
Gubener Freibad startet in Saison

Direkt zur Eröffung am Mittag traute sich kein Gubener ins Wasser. Jochen Schmidt und Mario Schulz mussten die Ruhe daher für letzte kleine Arbeiten.
Direkt zur Eröffung am Mittag traute sich kein Gubener ins Wasser. Jochen Schmidt und Mario Schulz mussten die Ruhe daher für letzte kleine Arbeiten. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Die Bauarbeiten am Brückenkopf konnten früher als geplant abgeschlossen werden. Von Silke Halpick und Michèle-Cathrin Zeidler

Trotz herbstlicher Temperaturen von rund 20 Grad ließen es sich einige Gubener am Montag nicht nehmen, zum Saisonstart eine Runde im Freibad zu schwimmen. „Die Eröffnung wurde angekündigt, daher haben wir ausnahmsweise geöffnet, obwohl es unter 22 Grad sind“, erklärt Astrid Henoch, die Leiterin der Städtischen Bäder. „Zum Glück lässt der Wetterbericht für den Rest der Woche auf Sommer hoffen.“

Fast schon ein kleines Wunder ist die heutige Freibaderöffnung für Sven Rogosky. Der Baufachbereichsleiter erklärte auf der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses, dass die Diskussion rund um die städtische Einrichtung „nach Aufklärung lechzen“. Die folgte prompt: Bei der Schadensanalyse nach der Frostperiode wurde erheblicher Ausbesserungsbedarf am Brückenkopf festgestellt, so Rogosky.

Das Problem: Die zahlreichen kaputten Fliesen können nicht einfach ersetzt werden, weil der Hersteller die Produktion für das in Guben gebrauchte Fabrikat mittlerweile eingestellt hat. Das Freibad wurde 1997/98 saniert, errichtet wurde es 1951/52. „Wir standen vor der Entscheidung: Schaffen wir, das Freibad überhaupt zu öffnen?“, berichtet Rogosky. Auch im Haushalt der Stadt seien keine zusätzlichen finanziellen Mittel dafür eingeplant.

Die Lösung: Der Bereich rund um das Becken sowie das Areal zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich wurden jetzt mit einem Kunststoffmaterial verkleidet. Rogosky spricht von einer „sehr ansehnlichen Lösung“, mit der auch die „Verkehrssicherheit gewährleistet“ sei. In der Verkleidung enthalten sind Revisionsöffnung, mit denen der Zustand des darunter liegenden Materials geprüft und notfalls ausgebessert werden könne, erklärt er. Die Bauarbeiten sollten laut Plan zum Schuljahresende fertig sein, damit das Freibad pünktlich zum Ferienstart öffnen kann. Doch das nach der Ausschreibung beauftragte Fachunternehmen Matro Bau aus Guben arbeitete so schnell, sodass die Einrichtung schon jetzt wieder besucht werden kann.

Nicht ganz einfach bleibt die Personalausstattung, wie Rogosky betont. Vier Fachkräfte, drei Rettungsschwimmer sowie zwei weitere Mitarbeiter gehören zum Team, das im Zwei-Schicht-System sieben Tage pro Woche den Betrieb in der Schwimmhalle und gegebenenfalls im Freibad absichern muss: „Wenn eine Fachkraft krank ist, wird es schon schwierig.“

Die Stadt Guben ist als Träger für die Betriebsaufsicht zuständig und kann die Einrichtungen nur öffnen, wenn auch die Wasseraufsicht und die technische Überwachung des Badbetriebes sowie aller angrenzenden Bereich gewährleistet sind. Rogosky verweist darauf, dass es „schwer“ sei, „ausgebildetes Fachpersonal zu finden“. Zudem seien in der Vergangenheit immer die hohen Kosten für den Betrieb der Bäder kritisiert worden, was zu Einsparungen beim Personal geführt habe.

Die Stadt Guben plant, Schwimmhalle und Freibad an ein städtisches Unternehmen zu übertragen. Dieser Betrieb könnte dann die Verluste aus dem Badbetrieb mit Gewinnen in anderen Bereichen gegenrechnen, heißt es. Im Gespräch waren die Städtischen Werke Guben (SWG) und  die Energieversorung Guben (EVG). Doch noch immer gibt es ungeklärte Fragen zum Steuerrecht sowie dem Personalübergang. Mittlerweile ist die Übertragung ins Jahr 2021 verschoben worden.