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| 15:29 Uhr

Vorfreude auf Handball-WM
Gubener drücken die Daumen

 Sie drücken der deutschen Nationalmannschaft bei der am Donnerstag beginnenden Weltmeisterschaft die Daumen: die Handballer des SV Chemie Guben.
Sie drücken der deutschen Nationalmannschaft bei der am Donnerstag beginnenden Weltmeisterschaft die Daumen: die Handballer des SV Chemie Guben. FOTO: SC Chemie/Gundlach
Guben. Die Gubener Handball-Familie fiebert dem Auftakt der Weltmeisterschaft entgegen. Von Thomas Engelhardt

Wenn am frühen Donnerstagabend, um 18.15 Uhr, in Berlin der Anpfiff zum Auftaktspiel Deutschland gegen Korea ertönt, hat das Warten der Fans endlich ein Ende. Dann beginnt die Handballweltmeisterschaft, die dieses Mal in Deutschland und im benachbarten Dänemark ausgetragen wird. Bis zum 27. Januar wird das beste Nationalteam der Welt gesucht – und Gastgeber Deutschland will bei dieser Suche natürlich eine möglichst große Rolle spielen.

Auch in Guben wird man der Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop kräftig die Daumen drücken. In allererster Linie tun das natürlich all jene, die sich mit dem Metier auskennen, die Handballer des SV Chemie. „Selbstverständlich fiebern wir dem Anpfiff mit besonderer Spannung entgegen“, sagt der Trainer der Männermannschaft von Chemie, Marcel Burtchen. „Natürlich ist die Resonanz bei solch einem Ereignis, zumal wenn die Spiele im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sind, noch ein Stück größer.“

Um dieser Resonanz auch gerecht zu werden, gibt es, wie inzwischen bei vielen sportlichen Großereignissen, wieder ein Public Viewing, also das Angebot, die Spiele in der Gemeinschaft zu verfolgen. „Alle Deutschland-Spiele werden bei uns in der Vereinsgaststätte im Sportzentrum an der Kaltenborner Straße gezeigt. Der Spielplan hängt bereits. Und schon jetzt ist eine gewisse Euphorie spürbar“, berichtet Burtchen.

Er selbst wird das Auftaktspiel freilich nicht in der Vereinsgaststätte erleben, sondern in einer noch viel größeren Gemeinschaft, nämlich live in der Mercedes-Benz Arena in der Hauptstadt. Dort werden 13 000 Zuschauer mit von der Partie sein. Und damit nicht genug: Für den kommenden Dienstag hat Burtchen für seine Freundin und sich Tagestickets besorgt. Dann findet der Vorrunden-Knüller der deutschen Mannschaft gegen Titelverteidiger Frankreich statt. Zuvor erleben die beiden Gubener noch die Partien Russland gegen Brasilien und Korea gegen Serbien. „Die Karten habe ich bereits im September gekauft, jetzt wären sie mit Sicherheit deutlich teurer.“ Marcel Burtchen ist sich sicher, diesen Handballmarathon gut durchzustehen: „Es wird sicher ein ordentliches Rahmenprogramm geben. Außerdem hoffen wir, möglichst nahe an die Spieler heranzukommen.“

Natürlich werden die Spiele der deutschen Mannschaft standesgemäß besucht. „Die Fanutensilien hat der Weihnachtsmann gebracht“, verrät der Gubener.

Was die Favoriten angeht, ist sich der Chemie-Trainer übrigens sicher, dass sich eine europäische Mannschaft den Pokal sichern wird. Marcel Burtchen nennt Frankreich, Kroatien, Dänemark und Norwegen als erste Anwärter, räumt aber auch Deutschland gute Chancen ein. „Wir haben vielleicht nicht die überragenden Einzelkönner, aber eine gute Mannschaft, ein geschlossenes Team.“

Eine entscheidende Rolle könne auch das Publikum spielen: „Psychologie spielt im Sport eine wichtige Rolle. Wir kennen das ja von unseren eigenen Heimspielen: Wenn unser Publikum uns richtig anheizt, haben die Gegner schon erst einmal Respekt.“

 Dass eine solche Weltmeisterschaft im eigenen Land auch der Basis, also den kleinen Vereinen vor Ort gut tun kann, haben sowohl die Fußball-WM 2006 als auch ein Jahr später die Handball-WM bewiesen. „Natürlich hoffen auch wir auf einen Boom, speziell beim Nachwuchs“, sagt Marcel Burtchen. Zuletzt habe es einen solchen Effekt nach der Europameisterschaft 2016 gegeben, als Deutschland sensationell nach einem 24:17 im Finale gegen Spanien den Titel holte. Ganz anders lief es hingegen bei den kontinentalen Titelkämpfen des Vorjahres, als Deutschland bereits in der Haupt­runde scheiterte und in der Endabrechnung den 9. Platz belegte. Klar, was sich da nicht nur Gubens Handballfamilie wünscht: Dass es in diesem Jahr besser läuft, am besten mit dem Titelgewinn am 27. Januar im dänischen Herning.