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Gubener Chor bietet Gesang als Rezept für die Genesung

Der Gubener Chor begrüßte den Frühling.
Der Gubener Chor begrüßte den Frühling. FOTO: zar1
Guben. Das Frühlingsliedersingen des Stadtchores Guben im Wilkestift hat bereits Tradition. Jetzt haben die Sängerinnen und Sänger erneut eingeladen. Jana Pozar/zar1

Der Weite Raum im Wilkestift war bis auf den letzten Platz besetzt.

Einst war das Frühlingssingen für Patienten des Krankenhauses gedacht. "Die Grundidee war, Patienten zu unterhalten, die auf Genesung hoffen", sagte Monika Wachsmann vom Stadtchor. Frische Chormusik sollte diesen Menschen Hoffnung und Kraft geben. "An einem so schönen Frühlingstag wie heute so wunderbare Melodien hören zu dürfen, ist schon ein Zeichen. Was will man mehr?", sagte Krankenhausseelsorger Michael Voigt. Er höre förmlich die Glockenblume läuten, das fröhliche Zwitschern der Vögel im Frühling.

Doch bevor der Chor zu singen begann, war das Publikum gefragt. "Fröhlich singe Herz und Mund zu dieser Stund. Fang an!" stimmte sich Monika Wachsmann vor dem Konzert mit den Zuhörern ein. Und die gaben alles. "Fangt an, fangt an", sangen sie. Während einige leise bei jedem Titel mitsangen, waren die Stimmen des Publikums bei "Nun will der Lenz uns grüßen" wieder laut gefragt. Bei den beschwingten Liedern war schnell zu erkennen: Jeder mag den Lenz, das erwachende Leben, die Wärme, das Zwitschern der Vögel am Morgen.

"Auf, ihr Freunde, lasst uns singen" ist das Motto des Gubener Stadtchores im 90. Jahr seines Bestehens. "Singen macht Spaß, tut gut, macht munter", sagte Udo Koob vom Stadtchor. Begeistert von all den schönen Stimmen im Publikum schlug er vor: "Kommt zu unseren Proben!"

Doch bevor der Chor neue Mitglieder bekommt, gaben die Sänger noch einmal alles. Das persönliche Lieblings-Frühlingslied von Monika Wachsmann, "Nun bricht aus allen Zweigen", erklang in der Sopran-Stimme von Susanne Malenky. Rezitationen, wie beispielsweise der "Osterspaziergang" von Johann Wolfgang Goethe, trugen ebenfalls dazu bei, den Winter hinter sich zu lassen und sich auf den Frühling zu freuen. Wolfgang Amadeus Mozart wünschte sich einst Nachtigallen und Kuckuckslieder und konnte es kaum erwarten, dass der Mai die Bäume wieder grün färben wird.

Das Warten darauf verkürzte der Gubener Stadtchor im Wilkestift allemal, nicht nur mit Mozarts Mai-Lied.