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| 02:47 Uhr

Gubener Abiturientin tritt Professur an der Uni in Jena an

Berufung zur Professur: Ines Engelmann.
Berufung zur Professur: Ines Engelmann. FOTO: Anne Günther/FSU
Guben/Jena. Die ehemalige Pestalozzi-Abiturientin Ines Engelmann ist zur Professorin für Kommunikationswissenschaft der Universität Jena berufen worden. Das teilt die Uni mit. red/js

Zu ihren Forschungen gehört beispielsweise die Fragestellung, welche Meldungen bei Twitter relevant sind und zeigen Wirkung zeigen. Dafür muss die Professorin für Kommunikationswissenschaft, die 1997 am Pestalozzi-Gymnasium in Guben ihr Abitur gemacht hat, zuweilen riesige Mengen analysieren, wie sie bei einer Inhaltsanalyse der Tweets zur Energiewende erlebte: Da kamen ganz rasch 800 000 Beiträge zusammen, die es auszuwerten galt.

Die Ergebnisse waren weniger überraschend: "Twitter ist ein Elitemedium", sagt die 39-jährige Wissenschaftlerin. Dennoch würden dort am häufigsten emotionale Äußerungen retweetet, also weiterverbreitet. So geht es trotz zahlreicher praxisnaher Untersuchungen vor allem um wissenschaftliche Grundlagenforschung. Künftig will sich die Kommunikationswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt empirische Methoden noch tiefer damit beschäftigen, unter welchen Bedingungen und mit welchen Folgen für Öffentlichkeit und Journalismus Nachrichten in Online- und sozialen Medien von Nutzern ausgewählt, aufgenommen und diskutiert werden.

In ihrer Dissertation "Alltagsrationalität im Journalismus", für die sie den Promotionspreis der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena erhielt, analysierte sie etwa, wie die politische Grundeinstellung von Journalisten ihre Nachrichtenauswahl und damit die Tendenzen ihrer Berichterstattung beeinflusst - und entwickelte dafür ein innovatives Untersuchungsdesign.

Die gebürtige Lübbenerin arbeitete als freie Journalistin bei der Lausitzer RUNDSCHAU und bei Zeitungsredaktionen in Perm (Russland), entschied sich aber für die wissenschaftliche Laufbahn. An der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo sie zuvor tätig war, begann sie auch ein dreijähriges DFG-Forschungsprojekt zur Qualität von Nutzerkommentaren und deren Bedingungen.