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| 16:00 Uhr

Infrastruktur
Zukunft der Ladenpassage am Schillerplatz ungewiss

Guben. Bürgermeister Fred Mahro kann sich ein Wiederaufbau als Einzelhandelsfläche nicht vorstellen.

Die ausgebrannte Ladenpassage am Schillerplatz in Guben wird vermutlich nicht wieder aufgebaut. Das räumt Bürgermeister Fred Mahro (CDU) auf der jüngsten Bürgermeistersprechstunde ein. Gubener hatten kritisiert, dass das Areal einer „Kriegsfilm-Kulisse“ gleiche und ein „Schandfleck“ sei.

Das Feuer liegt schon fast zwei Jahre zurück. Durch den Brand wurden auf der Westseite des Kompaktbaus ein Modegeschäft und ein Kosmetikstudio unmittelbar beschädigt. Das Fitnessstudio und ein weiteres Modegeschäft waren durch Ruß und Rauch so verschmutzt, dass der Geschäftsbetrieb zumindest vorübergehend eingestellt werden musste.

Die betroffenen Händler sprachen damals von einem wirtschaftlichen Totalschaden. Mittlerweile haben viele von ihnen ihre Fachgeschäfte an neuen Standorten eröffnet, „Janetts Textilien“ ist jetzt beispielsweise in der Frankfurter Straße, „Stilecht“ (ehemals „Tiffani Mode“) in der Schillerpasse am Hoffmann-Möbelhaus zu finden.

„Es gab lange Verhandlungen mit der Versicherung“, sagt Mahro. Einen Wiederaufbau als Einzelhandelsfläche könne er sich aber nicht vorstellen, wie er sagt. Tatsächlich verfügt die Stadt Guben über ein Überangebot an Einzelhandelsflächen. Rund 2,9 Quadratmeter stehen den Einwohnern (Stand 2013) zur Verfügung. Das ist fast doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt, der bei 1,46 Quadratmetern liegt.

„Alle bestehenden Mietverträge werden aber erfüllt“, betont der Bürgermeister. Der Komplex gehört der Gubener Wohnungsgesellschaft (Guwo), einem städtischen Unternehmen. In der Passage ist unter anderem noch immer das Fitness-Studio ansässig sowie das Kulturzentrum Obersprucke, das von Vereinen der Stadt regelmäßig genutzt wird.

Das Kulturzentrum war in der Vergangenheit ein heißes Eisen. Schon die Ankündigung einer neuen Gebührenordnung sorgte für viele Diskussionen. Die betroffenen Vereine befürchteten das kulturelle Aus für den Stadtteil und verwiesen auf fehlende Alternativen in der direkten Umgebung. Letztlich einigte man sich auf einen städtischen Zuschuss von 75 Prozent auf die Miete.