In Guben wird sich ihre Aktion allerdings auf einen Info-Stand am Dreieck beschränken müssen.

Die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung sind der Ansicht, dass eine Botschaft nicht allein durch eine Fahne getragen wird, hieß es am gestrigen Dientag aus der Stadtverwaltung als Erklärung für das Fahnenverbot. Ein Info-Stand, an dem die Menschen Hilfe und Informationen bekommen, erscheine viel sinnvoller. „Guben ist eine tolerante Stadt, in der jedem die Möglichkeit gegeben wird, so zu leben, wie er es möchte“, hieß es weiter vonseiten der Stadt.

Laut Lars Bergmann, Leiter der Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule Belange in Potsdam, hätte Guben mit der Hissung der Fahne symbolisch zeigen können, dass Schwule und Lesben in der Neißestadt willkommen sind. Er zeigte sich enttäuscht über die Beflaggungs-Absage aus Guben. „Nach sehr konstruktiven Vorgesprächen mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt hat uns dann eine kurze Antwort per E-Mail am 16. August sehr überrascht.“ In der Mail aus dem Rathaus hieß es: „Ich möchte Ihnen mitteilen, dass der Bürgermeister dem Infostand zugestimmt hat. Eine Fahnenhissung ist nicht möglich.“

Die Tour der schwul-lesbischen Initiative, die auf Diskriminierung im Alltag aufmerksam machen will, führt in diesem Jahr vom 5. bis 11. September entlang der deutsch-polnischen Grenze durch die Städte Forst, Guben, Eisenhüttenstadt, Frankfurt (Oder), Wriezen und Szczecin (Stettin). Am 6. September wird ab 10 Uhr ein Stand der Initiative am Gubener Dreieck über Gleichberechtigung und Diskriminierung beraten. Während in Wriezen eine Hissung der Regenbogenfahne noch vertagt worden ist, gab es in den anderen Städten keine Probleme, so Bergmann. „In Forst etwa wird die Gleichstellungsbeauftragte mit uns am 5. September in der Cottbuser Straße die Fahne hissen.“