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| 18:59 Uhr

Guben sucht nach Weg aus Bus-Krise

Horst Kühn, Vorsitzender des Seniorenbeirates
Horst Kühn, Vorsitzender des Seniorenbeirates FOTO: Albert
Guben. Eigene Wege auf der Suche nach einer besseren Nahverkehrsanbindung für die Gubener will die Stadt jetzt beschreiten. Der Ausschuss für Umwelt, Verkehr, Ordnung und Sicherheit hat auf seiner Sitzung am Donnerstagabend der Stadtverwaltung den Auftrag erteilt, "Positivlösungen" zu finden. sha

"Mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) brauchen wir nicht mehr zu rechnen, wir müssen die Sache anders angehen", betont Ausschussvorsitzender Günter Quiel (SPD). Er könne sich vorstellen, dass eine private Buslinie die Nachfragelücke füllen könnte.

Das Problem ist altbekannt: Ab 19.30 Uhr verkehren keine Busse mehr in Guben. Das ärgert vor allem ältere Bürger, die selbst kein Auto fahren. Sie müssen sich nach Abendveranstaltungen ein Taxi rufen, um zurück in die Obersprucke zu kommen. Auch die Ortsteile sind schlecht oder gar nicht ans Busnetz angebunden. "In Kaltenborn gibt es zwar eine Rufbereitschaft, aber die funktioniert nicht optimal", kritisiert Horst Kühn, Vorsitzender des Seniorenbeirates. Trotz mehrerer Gespräche mit den Verantwortlichen habe sich an der Situation in Guben nichts geändert.

Der Landkreis Spree-Neiße, der für den Öffentlichen Personennahverkehr zuständig ist, verweist seinerseits auf begrenzte finanzielle Mittel und Fahrgastzählungen, die eine "nicht signifikante" Nachfrage in diesem Bereich ergeben hätten.

"In Bad Belzig gibt es eine flexible Stadtlinie, die von früh um fünf bis abends 22.30 Uhr im 30-Minuten-Takt fährt", berichtet Kühn. Das wisse er von einem Besuch in der 12 000-Einwohner-Stadt im Landkreis Potsdam-Mittelmark. "Was dort geht, muss doch auch in Guben möglich sein", betont er.

Gerhard Lehmann (Linke) plädiert dafür, den ÖPNV dennoch "mitzunehmen, wenn wir uns anschauen, wie andere das machen". Das liege schließlich auch im Interesse der Bürger.