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| 18:05 Uhr

Kommunales
Guben streitet um Schulausbau

Ein Anbau soll für die Friedensschule dringend notwendige Kapazitäten schaffen. So das Zel der Stadtverwaltung. Die Parteien in der Stadtverordnetenversammlung haben andere Vorschläge.
Ein Anbau soll für die Friedensschule dringend notwendige Kapazitäten schaffen. So das Zel der Stadtverwaltung. Die Parteien in der Stadtverordnetenversammlung haben andere Vorschläge. FOTO: Friedensschule
Guben. Stadt will Kapazität an Friedensschule erhöhen. CDU und Linke lehnen Anbau ab.

Die Stadt Guben will mehr Platz an der Friedensschule schaffen. Das ist auch dringend nötig: Die Einrichtung platzt aus allen Nähten. Für die Erweiterung sollen rund eine Million Euro Fördermittel aus dem Kommunalinvestitionsprogramm des Bundes genutzt werden. Über das Wie ist allerdings auf der Sondersitzung des Haushalts- und Sozialausschusses am Mittwoch ein heftiger Streit entbrannt.

Für Günther Quiel (SPD) ist die Diskussion „reiner Populismus“, wie er nach Ende der Sitzung sagt. Er fordert eine moderne und auf die Bedürfnisse der Zukunft ausgerichtete Grundschule in der Gubener Altstadt. Der Standort habe für ihn höchste Priorität – auch mit Blick auf die Stadtumbaustrategie, die einen Rückzug von außen nach innen vorschreibt. Selbst gegen einen Neubau hätte Quiel nichts einzuwenden. „Das Gelände herum gehört uns“, betont der Fraktionschef.

Stattdessen schlägt die Stadtverwaltung aber einen Anbau an das bereits bestehende Schulgebäude vor. Die zusätzlichen Platzkapazitäten sollen für den Hort genutzt werden. Denn dieser läuft aktuell nur mit einer Sonderbetriebserlaubnis, die zum Schuljahr 2019 ausläuft. Dann fehlen nach aktuellen Berechnungen der Verwaltung hier fast 90 Hortplätze.

Mit dem Anbau – der amtierende Bürgermeister Fred Mahro (CDU) will ganz bewusst nicht von Neubau sprechen, weil dies fördermittelschädlich sei – kann die Friedensschule auch künftig drei Klassen pro Jahrgang aufnehmen. Einige der Räume sollen aber weiterhin doppelt für Hort und Schule genutzt werden. Mit diesem „Puffer“ will die Stadt die erwarteten zurückgehenden Schülerzahlen ab dem Jahr 2032 ausgleichen.

Für zwei Fraktionen ist das offenbar keine Option. „Wir werden dem Anbau nicht zustimmen“, stellt Christiane Fritzschka (CDU) klar. Sie will eine „andere Zukunftsdiskussion anstoßen“, wie sie sagt. Ihr Blick geht dabei in Richtung Grano. Wenn die Stadt Guben die Gemeinde Schenkendöbern in Zukunft mitverwalten sollte, sei dies der dritte Grundschulstandort. Möglicherweise gibt es Gubener Eltern, die sich für diese Bildungseinrichtung im Grünen interessieren. Vor einer Entscheidung müssten diese Kapazitäten geprüft werden, fordert sie.

Peter Stephan (parteilos) erinnert daran, dass die Linke-Fraktion einst „verhement“ gegen die Schließung der Diesterwegschule gekämpft habe. Nun gehe es um eine Investition in genau dieser Größenordnung. Das ärgert ihn. Statt eines Anbaus schlägt seine Fraktion vor, entweder die leerstehende Villa in der Alten Poststraße 63 oder die Wohnhäuser in der Schulstraße 6, 8 und 10 umzubauen. Diese Gebäude gehören aktuell der Gubener Wohnungsgesellschaft (Guwo).

Die Kapazitäten in der Villa in der Alten Poststraße 63 will Mahro tatsächlich prüfen lassen. Er sieht die leerstehende Immobilie allerdings eher als potenziellen Kita-Standort. Auch hier gebe es Sanierungsbedarf. Einen konkreten Kita-Namen nennt er nicht. Alle Kitas der Stadt sind in freier Trägerschaft.

Eine klare Absage erteilt der amtiterende Bürgermeister hingegen dem Vorschlag seiner eigenen Partei. Er schließt definitiv aus, „andere Standorte zulasten der Gubener Grundschulen zu stärken“, wie er sagt. Für ihn ist die Neißestadt ein wichtiges Mittelzentrum, das gestärkt werden müsse.

„Sehr erstaunt“ über diese Diskussion ist Monika Birkholz (FDP), wie sie betont. Auch ihre Fraktion hatte die Villa schon als möglichen Hortstandort 2014 ins Gespräch gebracht und wurde von den anderen dafür „abgewatscht“. Wichtig sei ihr, dass für die Friedensschule mehr Räume herausspringen. Als Negativbeispiel führt sie die Corona-Schröter-Grundschule an. Hier sei nach dem Umbau die Zahl der Räume von 22 auf 19 gesunken. Der amtierende Bürgermeister zog die Vorlage zurück, drängt aber auf eine Entscheidung vor der Sommerpause.