Gesammelt werden Deckel von Ein- und Mehrwegflaschen, Zahnpastatuben, Tetra Paks oder Shampooflaschen.

"Mit 500 Deckeln kann eine Impfung bezahlt werden", sagt Matthias Bärmann, Präsident des Gubener Rotary Clubs. Die Deckel aus hochwertigem Plastik werden gesammelt und an Unternehmen der Abfallwirtschaft verkauft. 500 Deckel ergeben etwa ein Kilogramm Material. Für eine Tonne werden den Angaben zufolge zwischen 300 und 350 Euro gezahlt.

"50 Sammelbehälter gibt es bereits im gesamten Stadtgebiet", sagt Bärmann. Zu finden sind sie vorwiegend an Kitas, Schulen und öffentlichen Einrichtungen wie der Stadtverwaltung. Zu erkennen sind die weißen Eimer am bunten Werbeplakat "500 Deckel … für ein Leben ohne Kinderlähmung".

"Poliofälle sind nur noch aus Nigeria, Afghanistan und Pakistan bekannt", so Bärmann. Das Ziel der Ausrottung liege also greifbar nahe. Die Kinderlähmung ist eine ansteckende Krankheit, die vor allem Kleinkinder befällt. Das Virus verursacht dauerhafte Lähmungen und Verkrüppelungen. Die Infektion kann tödlich verlaufen.

"Mich fasziniert an der Aktion vor allem, dass jeder dabei mithelfen kann", sagt der Rotary-Club-Präsident. Er selbst und seine Frau sammeln bereits fleißig Deckel, die üblicherweise mit den dazugehörigen Flaschen verschrottet werden. "Selbst Pfandflaschen können ohne Deckel abgegeben werden", so Bärmann.

Bereits seit 15 Jahren unterstützt Rotary International die Kampagne "End Polio Now".

"Selbst wenn Polio ausgerottet ist, können wir weitersammeln", sagt Bärmann. Das Geld könne auch anderen humanitären Aktionen zugutekommen.