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| 16:05 Uhr

European Energy Award
Guben plant mehr Klimaschutz

 Die Entwicklung des Gebietes um die Hegelstraße zum Klimaquartier soll für Guben ein Baustein auf dem Weg zur „Europäischen Energie- und Klimaschutzkommune“ werden.
Die Entwicklung des Gebietes um die Hegelstraße zum Klimaquartier soll für Guben ein Baustein auf dem Weg zur „Europäischen Energie- und Klimaschutzkommune“ werden. FOTO: Daniel Schauff
Haushaltausschuss stimmt der Teilnahme der Neißestadt am European Energy Award zu.

Wie weit ist Guben schon auf dem Weg zu einer energieeffizienten Stadt? Und welche Maßnahmen müssen angepackt werden, damit die Neißestadt noch mehr für den Klimaschutz tut? Diesen Fragen will die Stadtverwaltung jetzt im Rahmen des European Energy Award (eea) auf den Grund gehen. Am Mittwoch stimmte der Haushaltsausschuss einer Teilnahme zu. Nun hat die Stadtverordnetenversammlung auf ihrer Sitzung am 27. Februar das letzte Wort.

Grundlage für die Betrachtungen soll das Energie-Konzept 2030 der Stadt sein. Innerhalb von vier Jahren soll dieses Konzept fortgeschrieben werden. Mit Hilfe des Qualitätsmanagementsystems eaa sollen die Klimaschutzaktivitäten der Neißestadt erfasst, bewertet und weiter geplant werden. Zudem sollen die Ergebnisse regelmäßig überprüft werden.

Hört sich alles sehr theoretisch an – und ist es auch. Bürgermeister Fred Mahro betonte während der Ausschusssitzung, dass die Teilnahme an eea vorerst mit keiner einzigen praktischen Maßnahme verbunden sein. Es gehe darum, eine Abrechnung für die bisherigen Maßnahmen zu erhalten und neue Vorhaben zu entwickeln.

Dabei sieht sich die Stadt durchaus auf einem guten Weg. „Ich behaupte: Wir sind die energieeffizienteste Stadt im Süden Brandenburgs“, sagte Mahro. Beispiele für den in dieser Hinsicht positiven Trend seien die Entwicklung des Klimaquartiers rund um die Hegelstraße oder der Solarpark Bresinchen.

Unterstützung will sich die Stadt durch die Experten der seecon Ingenieure GmbH ins Boot holen. Sie werden die Gubener zu allen Fragen der technischen Machbarkeit, der Wirtschaftlichkeit und der Nachhaltigkeit beraten. Dabei befassen sich die Mitarbeiter des Ingenieurbüros mit fünf großen Themenbereichen: Infrastruktur, neue Energien, Stadtplanung und Landschaftsbau, Umwelt sowie Wasserbau. Im Gubener Rathaus soll der European Energy Award unterdessen im Bereich Stadtplanung angesiedelt werden.

Der Umfang der geplanten Beratungen ist klar definiert. So soll es innerhalb der vier Jahre 36 Beratertage geben. Die Berater werden Workshops vor- und nachbereiten, jährlich einen eea-Bericht mit Stärken-Schwächen-Analyse erstellen und die Stadt im Vorfeld der angestrebten Zertifizierung unterstützen. Am Ende des Prozesses soll nämlich das Zertifikat „Europäische Energie- und Klimaschutzkommune“ stehen. Das hat in Brandenburg bisher nur Beeskow erhalten, in Sachsen aber konnten bereits mehrere Städte wie Delitzsch, Wurzen oder Zwickau ihre Vorhaben erfolgreich abrechnen. Das vorrangigste Ziel aber ist nicht etwa ein schickes Zertifikat, sondern die stetige Optimierung des kommunalen Klimaschutzes und die Integration des neuesten Standes von Wissenschaft und Technik, heißt es in der Sachdarstellung der Beschlussvorlage.

Unter den Ausschussmitgliedern war die Teilnahme der Stadt Guben an eea zunächst nicht unumstritten. Sowohl Günther Krause (FDP) als auch Gerhard Lehmann (Linke) und Wilfried Pansow als sachkundiger Bürger hinterfragten den Sinn und die Kosten des Projektes. Es fehlten ihm halt die konkreten Maßnahmen, die umgesetzt werden sollen, so Pansow. Lediglich Irmgard Schneider (GUB-SPN) sprach sich uneingeschränkt für die Teilnahme aus.

Letztlich aber gab es doch eine Mehrheit für die Beschlussvorlage – vielleicht auch, weil der Bürgermeister als eine konkrete Maßnahme die Einstellung eines Energie- und Klimamanagers in der Stadtverwaltung in Aussicht stellte.