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| 17:41 Uhr

Pflegefachzentrum geplant
Neue Chance für alte Pieck-Schule

 GSW-Geschäftsführer Martin Reiher erläuterte am Donnerstag im Zuge der Fördermittelübergabe die Pläne für die ehemalige Wilhelm-Pieck-Schule (Hintergrund) und die umliegenden Gebäude.
GSW-Geschäftsführer Martin Reiher erläuterte am Donnerstag im Zuge der Fördermittelübergabe die Pläne für die ehemalige Wilhelm-Pieck-Schule (Hintergrund) und die umliegenden Gebäude. FOTO: lr / Engelhardt
Guben. Fast 20 Jahre stand die alte Wilhelm-Pieck-Schulen in Guben leer. Jetzt soll neues Leben einziehen. Ein Pflegezentrum wollen die Soziualwerke errichten. Doch es gibt ein Problem. Von Thomas Engelhardt

Das könnte für Gubener Verhältnisse ein Großprojekt werden: Nach fast 20-jährigem Dornröschenschlaf könnte in die einstige Wilhelm-Pieck-Schule und die angrenzenden Gebäude neues Leben einziehen. Die Gubener Sozialwerke (GSW) stellten am Donnerstag im Zuge eines Besuches von Brandenburgs Bauministerin Kathrin Schneider (SPD) ihre Pläne für den Komplex vor – und die Ministerin brachte gleich die entsprechenden Fördermittel mit, damit die GSW ihre Planungen fortsetzen kann. Insgesamt überreichte die Ministerin einen Bescheid über 1,4 Millionen Euro an die Stadt.

Immer mehr Pflegeplätze in Guben benötigt

Wie GSW-Geschäftsführer Martin Reiher erklärte, arbeiten die Sozialwerke bereits seit drei Jahren an dem Konzept der Neugestaltung. Ein Problem dabei: Fast der gesamte Komplex steht unter Denkmalschutz. Entstehen soll ein Pflegefachzentrum, das zugleich eine soziale Funktion für das gesamte Wohngebiet wahrnimmt. Das Zentrum stelle die dringende Erweiterung der Kapazitäten der GSW dar, da in Guben immer mehr Pflegeplätze benötigt werden.

Und so könnte das Zentrum konkret aussehen: In das Erdgeschoss der ehemaligen Schule könnten unter anderem Büroräume einziehen, aber auch kombinierte Dienstleistungsangebote, beispielsweise ein Friseur oder eine Kosmetikerin. In den Obergeschossen sollen 18 Einheiten betreutes Wohnen angesiedelt werden. Die Aula soll unterdessen zu einem Café und einem Speiseraum und die einstige Turnhalle zu einem Begegnungszentrum werden. Beide Gebäude sollen auch ein Treffpunkt für die Bewohner des Wohngebietes sein.

Ehemaliges Ausstellungszentrum soll abgerissen werden

Letztlich wäre da noch das ehemalige Ausstellungszentrum. Besonderheit: Es ist das einzige Gebäude des Komplexes, das nicht unter Denkmalschutz steht. Deswegen soll es abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, in dem mehr als 80 stationäre Pflegeplätze untergebracht werden.

Dieser Neubau birgt allerdings in der aktuellen Phase der Planung noch Konfliktpotenzial. Das Problem: Er würde nur wenige Meter neben einigen Grundstücken der Rosa-Luxemburg-Straße in die Höhe ragen. „Der Abstand ist sehr gering“, sagt beispielsweise Michael Höhne. Er und seine Frau befürchten eine deutliche Einschränkung ihrer Wohnqualität. Die Problematik wurde am Dienstag in einer Runde mit den Anwohnern diskutiert – bisher noch ohne Lösung, so Bürgermeister Fred Mahro (CDU). Eine denkbare Variante: Die GSW plant eine geringere Gebäudehöhe. Das freilich könnte schwierig werden: Laut Geschäftsführer Reiher seien die mehr als 80 stationären Plätze nötig, damit sich der Bau letztlich rechnet. Variante 2: Der Neubau wird einige Meter versetzt errichtet. Problem dabei: Er würde in den Bereich des einstigen Schulhofes rücken, und auch der steht unter Denkmalschutz. Ministerin Schneider nahm dieses Problem nunmehr mit auf die Rückreise nach Potsdam.

Planung bis zum Ende des Jahres

Insgesamt soll die Planung für das Pflegezentrum bis Ende des Jahres so weit vorangetrieben werden, dass danach die Finanzierung steht, die entsprechenden Anträge gestellt werden können und die Stadtverordneten ihre Entscheidungen treffen. Reiher ist optimistisch, dass dies trotz der Probleme klappen kann. Der eigentliche Bau würde dann eine zweistellige Millionensumme kosten.