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| 21:41 Uhr

Guben
Mahro und Münschke in Stichwahl

BM Guben 4c
BM Guben 4c FOTO: Katrin Janetzko / LR
Guben. Der amtierender CDU-Bürgermeister verfehlt nur knapp die Mehrheit. Von Silke Halpick

Guben hat gewählt: Fred Mahro ist mit 48,7 Prozent und 3841 Stimmen der Sieger des gestrigen Abends. Für den Bürgermeisterstuhl reicht das Ergebnis allerdings nicht. Dem amtierenden Stadtchef auf den Fersen ist Daniel Münschke (AfD) mit 34,8 Prozent und 2742 Stimmen. Zwischen den beiden wird die Entscheidung bei der Stichwahl am 6. Mai fallen.

„Ich freue mich, dass ich die meisten Stimmen bekommen habe“, sagt Fred Mahro. Der amtierende Bürgermeister hat den Sonntag größtenteils im Gubener Rathaus verbracht. Das ist bei Wahlen nichts Neues für ihn. Fast 25 Jahre war er Wahlleiter von Guben. Als Kandidat nun nur passiv auf das Ergebnis zu warten, sei „schon ungewohnt“, wie er sagt.

Mit 48,7 Prozent hat Mahro den Wahlsieg nur knapp verpasst. Lediglich 1,3 Prozent fehlen ihm. Mahro selbst hat von vornherein mit einer Stichwahl gerechnet. „Bei vier Kandidaten läuft es darauf hinaus“, sagt er. Sein Ergebnis, auf die er „stolz“ ist, wertet er als Honorierung seiner bisherigen Arbeit. Mit einem Bier auf der Terrasse seines Wohnhauses will er den Wahlabend ganz ruhig ausklingen lassen.

Fred Mahro verbringt den Wahltag in seinem Büro.
Fred Mahro verbringt den Wahltag in seinem Büro. FOTO: Silke Halpick / LR

Ausgelassen feiert hingegen AfD-Mann Daniel Münschke seinen Einzug in die Stichwahl. Im Biergarten von Toms Club in Guben gibt es für Parteikollegen, Sympathisanten und Freunde Gegrilltes, Bier und Sekt. Über die Großleinwand laufen die Ergebnisse ein. Immer wieder ist Applaus zu hören, wenn die Ergebnisse der AfD-Kandidaten genannt werden.

Zufrieden mit seinen 34,8 Prozent ist auch Daniel Münschke selbst. Vor allem die gute Wahlbeteiligung lobt er. 53,1 Prozent der insgesamt 15 036 wahlberechtigten Gubener haben ihre Stimme abgegeben. Mit einem Sieg gleich in der ersten Runde hat der Finanzberater eigenen Aussagen zufolge nicht gerechnet. „Das wäre wohl auch vermessen“, sagt er. Schließlich habe sein Konkurrent Mahro mehr als sechs Jahre Erfahrung als Rathauschef.

AfD-Kandidat Daniel Münschke (l.) feiert seinen Einzug in die Stichwahl in Toms Club, der amtierende Bürgermeister Fred Mahro (r.) verbringt den Wahltag im Rathaus.
AfD-Kandidat Daniel Münschke (l.) feiert seinen Einzug in die Stichwahl in Toms Club, der amtierende Bürgermeister Fred Mahro (r.) verbringt den Wahltag im Rathaus. FOTO: Silke Halpick / LR

Richtig „enttäuscht“ ist Peter Stephan, der von den Linken in den Wahlkampf geschickt wurde. Nur 10,5 Prozent haben ihn gewählt. Geworben hatte er vor allem mit mehr Bürgernähe und einem anderen Politikstil. Doch das habe offenbar nur eine Minderheit überzeugt, wie er einräumt. Ob das für die Entwicklung Gubens gut sein könne, bezweifelt er. Stephan selbst will sich aber weiter als Stadtverordneter in die Kommunalpolitik einmischen.

„Eine Chance vertan“ hat Guben auch aus Sicht von Harald Knoll. Der FDP-Mann ist mit lediglich 5,9 Prozent der Stimmen ebenso wie Peter Stephan raus aus dem Rennen. Bei der Gubener Bürgermeisterwahl habe der Bekanntheitsgrad eine große Rolle gespielt, betont der Politikneuling.  Zu erkennen sei auch ein großes Klientel an Protestwählern. Knoll bedauert, dass er mit seinen Themen nicht überzeugen konnte, habe aber „dazugelernt“, wie er sagt.