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| 19:15 Uhr

Abgefahren!
Guben lockt mit Weltrekordler

Aufmerksame TV-Zuschauer haben Jeffrey Korth bereits bei „Wetten dass?“ gesehen. Nun zeigt er vor realem Publikum sein Können.
Aufmerksame TV-Zuschauer haben Jeffrey Korth bereits bei „Wetten dass?“ gesehen. Nun zeigt er vor realem Publikum sein Können. FOTO: LR / Jenny Theiler
Guben. Was ein Auto so alles kann wird Stuntman Jeffrey Korth am Sonntag in Guben demonstrieren. Von Jenny Theiler

Noch ist der Parkplatz des Neiße-Centers in Guben aufgeräumt. Das wird sich am Sonntagnachmittag ändern. Denn wenn erst einmal die tonnenschweren Monstertrucks von Jeffrey Korth über den Asphalt brettern und Altfahrzeuge plattrollen, wird einiges kaputt gehen. Echte Action-Film-Atmosphäre verspricht die „World of Motorshow“ bei der fliegende Autos, qualmende Reifen und zerreißendes Blech auf dem Programm stehen. Szenarien, die andere Menschen mit Autobahnunfällen in Verbindung bringen, haben Jeffrey Korth berühmt gemacht und ihm sogar drei Einträge ins Guinnesbuch der Weltrekorde verschafft.

Zertrümmern, zerquetschen, kaputt machen – und dafür auch noch bezahlt werden. Der Kindheitstraum eines jeden kleinen Jungen ist für Jeffrey Korth wahr geworden. „Was so zerstörerisch aussieht, ist aber trotzdem auch mit viel Arbeit, Technik und Können verbunden“, ergänzt Jeffrey Korths Ehefrau Diana, denn nicht umsonst hat Jeffrey Korth im Laufe seiner Karriere so viele Auszeichnungen gewonnen. Seine Spezialität ist das Fahren eines Autos in der Schräglage, also auf zwei Rädern. Das schafft der erfahrene Stuntman auch mit einem zehn Tonnen schweren LKW und einem Monstertruck mit bis zu 900 PS. Ansonsten gehören Motorrad-Weitsprünge, Autoüberschläge und Feuer-Stunts zum Repertoire.

In jedem Jahr basteln die Stuntfahre, neue Stunts. Da bleiben Verletzungen nicht aus. „Ich hab mir noch nicht so viel gebrochen. Nur mal das Schlüsselbein, mehrere Rippen und die Kugel aus dem Schultergelenk“, sagt Jeffrey Korth gelassen und betont, dass er trotz allem noch immer zu den vorsichtigen Stuntmen gehöre. „Einige gehen total leichtsinnig an die Stunts herangehen, ohne vorher alles genau durchzurechnen. Ich dagegen überlege immer erst dreimal bevor ich etwas mache“, so der Weltrekordler.

Angst hat die Familie bei diesen halsbrecherischen Aktionen nicht. „Dafür aber eine gehörige Portion Respekt“, betont Diana Korth. „Mit Angst könnte man so einen Job nicht machen, vor allem nicht, wenn die eigenen Kinder dabei sind“. Jeffrey Korth hält die Familientradition der Stunt-Familie Korth bereits in der dritten Generation aufrecht und der Nachwuchs steht auch schon in den Startlöchern. Der 16-jährige Anthony Korth hat bereits mit zwölf Jahren seine erste Fahrt auf zwei Rädern geschafft und wird am Sonntag mit Motorrad-Stunts begeistern.

Der Nervenkitzel hat allerdings auch seinen Preis. „Wir müssen uns pro Jahr bis zu sechs neue PKW zulegen“, sagt Diana Korth. Außerdem verschleißen die Stuntmen an jedem Wagen drei bis vier Kupplungen und Antriebswellen pro Saison und insgesamt über 50 Reifen. „Im Grunde ist es eine Materialschlacht“, gibt Jeffrey Korth schmunzelnd zu. „Aber es gehört zur Show und ist nun mal auch das, was die Leute sehen wollen.“

Die 900 PS starken Monstertrucks sind ein besonderer Höhepunkt der Show und hinterlassen bleibende Eindrücke.
Die 900 PS starken Monstertrucks sind ein besonderer Höhepunkt der Show und hinterlassen bleibende Eindrücke. FOTO: LR / Jenny Theiler